Für einen sicheren Alltag mit dem Hund

Nach Angriff auf Melsunger Joggerin: Peta fordert Hundeführerschein in Hessen

Melsungen/Stuttgart. Nach dem Angriff eines Schäferhundes auf eine Joggerin in Melsungen fordert die Tierrechtsorganisation Peta die Einführung eines Hundeführerscheins in Hessen.

Um ihn zu erlangen, muss ein Hundehalter mit einer theoretischen und praktischen Prüfung nachweisen, dass er seinen Hund im Alltag sicher unter Kontrolle hat und weder andere Menschen noch Tiere gefährdet.

Bei dem Vorfall in Melsungen am vergangenen Freitagwar eine 31-Jährige beim Joggen im Wald von einem Schäferhund angesprungen und in den Arm gebissen worden. Der Hundeführer war mit dem Fahrrad unterwegs, den Hund angeleint. Er soll selbst zu Fall gekommen sein und anschließend die verletzte Frau zurückgelassen haben.

„Der Mann hatte seinen Hund offensichtlich nicht unter Kontrolle“, sagt Jana Hoger von Peta. Die wahre Ursache für Beißattacken sei bei den Haltern zu suchen, nicht bei den Hunden, denn viele Hundebesitzer könnten ihre Tiere nicht richtig einschätzen. „Jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt wird, kann zu einer Gefahr für den Menschen werden“, betont Hoger. Sie fordert daher die Einführung eines generellen Hundeführerscheins in Hessen. Bisher müssen laut Innenministerium lediglich Halter sogenannter gefährlicher Hunde eine Erlaubnis zur Haltung beantragen und ihre Sachkunde sowie eine positive Wesensprüfung für den jeweiligen Hund nachweisen.

Der hessischen Tierschutzbeauftragten Madeleine Martin geht das nicht weit genug. Sie unterstützt Peta in der Forderung nach einem Sachkundenachweis „Wir brauchen den Hundeführerschein. Punkt“, sagte sie auf Anfrage unserer Zeitung. Er sei die einzig sinnvolle Lösung, um Mensch und Tier gleichermaßen zu schützen. „Wenn Hundehalter eine Sachkundeprüfung absolvieren müssen, müssen sie sich mit der Erziehung ihres Hundes beschäftigen. Das ist sehr wichtig, denn die meisten gefährlichen Situationen mit Hunden entstehen nur, weil die Tiere nicht richtig erzogen sind“, so Martin.

Niedersachsen ist Hessen schon einen Schritt voraus: Als erstes Bundesland hat es 2013 den Hundeführerschein eingeführt. Hundehalter müssen eine theoretische Prüfung vor Beginn der Haltung und einen Praxistest im ersten Haltungsjahr absolvieren. Die Prüfungen kosten nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums jeweils ab 40 Euro – die genaue Summe legen die Prüfer fest.

Seit Einführung haben demnach etwa 46 000 Hundehalter die Prüfung absolviert. Nach Einschätzung des Ministeriums hat sich der Hundeführerschein bewährt. Zwar werde über Beißvorfälle keine Statistik geführt, „aber wir gehen von einer Reduzierung aus“, sagte ein Sprecher.

Sieben Fragen: Würden Sie den Hundeführerschein bestehen?

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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