Wieder Staufer-Kaserne

Pfullendorf: Soldaten brechen Lehrgang bei Eiseskälte ab

+
Eingang der Staufer-Kaserne der Bundeswehr in Pfullendorf. Erneut haben hier mehrere Soldaten ein Übung abbrechen müssen. Foto: Thomas Warnack

Pfullendorf (dpa) - Nach Hinweisen auf eine Überforderung von Soldaten bei der Ausbildung haben in der skandalumwitterten Staufer-Kaserne in Pfullendorf erneut mehrere Soldaten eine Übung abbrechen müssen.

Zwölf von 36 Teilnehmern eines viertägigen Lehrgangs seien aus verschiedenen Gründen ausgefallen, sagte ein Sprecher des Heeres am Samstag. Zuvor hatte die "Südwest Presse" berichtet.

Eine Teilnehmerin bekam dem Sprecher zufolge gesundheitliche Probleme und wurde zeitweise in einem Krankenhaus untersucht. Zum fraglichen Zeitpunkt sei es minus 9 Grad kalt gewesen. Die Soldatin hatte demnach vor der Übung angegeben, Antibiotika genommen zu haben, sich für die Teilnahme an dem Lehrgang aber fit zu fühlen.

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass junge Soldaten bei einem Marsch in Pfullendorf wohl bis zur absoluten Erschöpfung getrieben wurden. Nach Angaben der Bundeswehr fand beim Ausbildungszentrum Spezielle Operationen Anfang Januar ein Geländelauf statt, den sechs Soldaten wegen körperlicher Erschöpfung oder Verletzung abbrachen. Einer musste ins Krankenhaus. Die Bundeswehr versetzte einen Ausbilder und ermittelt nun intern.

Bei dem nun betroffenen Lehrgang, der dem Sprecher des Heeres zufolge vom 26. bis 1. März ging, sollten Offizieranwärter der Luftwaffe lernen, wie sie sich nach einem Absturz verhalten sollen. Dabei waren sie demnach rund um die Uhr gefordert und übernachteten in den ersten beiden Nächten auch im Freien. In den vergangenen Tagen war es im Südwesten klirrend kalt. Warum die anderen Soldaten den Lehrgang abbrachen, wurde nicht im Detail mitgeteilt.

Die Bundeswehr musste schon mehrfach in der Staufer-Kaserne ermitteln, nachdem Anfang 2017 Berichte über angebliche sexuell-sadistische Praktiken die Öffentlichkeit schockiert hatten. Die Justiz bestätigte diese Vorwürfe nicht. Darüber hinaus ging es um qualvolle Aufnahmerituale. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte die Vorgänge als "abstoßend und widerwärtig" bezeichnet. Wegen der Aufnahmerituale wurden vier Soldaten entlassen.

Bericht "Südwest Presse"

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.