Aus für Opel-Werk Bochum

Rösler greift General Motors an: "Bin sauer"

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Im Opel-Werk in Bochum sollen bald keine Autos mehr gefertigt werden. 

Bochum - Nach dem Schock der drohenden Schließung muss bei Opel in Bochum der Alltag weitergehen. Im ersten Zorn hatten einige Opelaner Streiks angedroht. Und auch Politiker zeigen sich sauer.

Nach der Schließungsankündigung für die Bochumer Autofertigung soll an diesem Dienstag mit der Frühschicht um sechs Uhr in dem Opel-Werk der Alltagsbetrieb weitergehen. Am Montag war die Produktion wie bei Betriebsversammlungen üblich in allen Schichten unterbrochen worden, um den Mitarbeitern Gelegenheit zur Teilnahme zu geben. Der Betriebsrat kritisiert die Entscheidung des Opel/GM-Vorstandes scharf, nach dem Auslaufen der Zafira-Produktion Ende 2016 keine Produktionsaufträge mehr an das Werk zu geben. Mit Warnstreiks bei der ersten Schicht nach der Hiobsbotschaft wurde aber nicht gerechnet.

Opel: Aus für Autoproduktion in Bochum

Auf der Mitarbeiterversammlung des Opel-Werks in Bochum wurde das endgültige Aus der Autoproduktion für 2016 verkündet. © 
Auf der Mitarbeiterversammlung des Opel-Werks in Bochum wurde das endgültige Aus der Autoproduktion für 2016 verkündet. © 
Auf der Mitarbeiterversammlung des Opel-Werks in Bochum wurde das endgültige Aus der Autoproduktion für 2016 verkündet. © 
Auf der Mitarbeiterversammlung des Opel-Werks in Bochum wurde das endgültige Aus der Autoproduktion für 2016 verkündet. © 
Auf der Mitarbeiterversammlung des Opel-Werks in Bochum wurde das endgültige Aus der Autoproduktion für 2016 verkündet. © 
Auf der Mitarbeiterversammlung des Opel-Werks in Bochum wurde das endgültige Aus der Autoproduktion für 2016 verkündet. © 

Die Position der Arbeitnehmer sei aktuell nicht stark genug, weil für das Werk ohnehin für Januar Kurzarbeit angemeldet ist, hieß es aus Mitarbeiterkreisen. Die Arbeitnehmervertreter halten der Unternehmensführung schwere Fehler vor. „Die Ursachen der Überkapazitäten sind nicht nur im wirtschaftlichen Umfeld zu suchen, sondern sind auch hausgemacht“, sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug am Montag in Rüsselsheim. „Diese Suppe sollen nun die Kolleginnen und Kollegen in Bochum auslöffeln.“

Rösler: "Ich bin sauer"

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) warf dem Opel-Mutterkonzern General Motors gravierende Management-Fehler vor. „Ich bin sauer, gerade weil das Unternehmen Fehler gemacht hat, auch beim Umgang mit den Mitarbeitern in der Vergangenheit“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Dienstag). GM müsse sich fragen lassen, ob der Konzern in der Vergangenheit alles Notwendige getan habe, um das Aus für Bochum zu verhindern. „So war es ein Fehler, dass Opel nur in sehr geringem Umfang Autos im wichtigen Wachstumsmarkt China verkaufen durfte.“ Er erwarte, „dass das Unternehmen seiner Verantwortung gerecht wird und mithilft, die Folgen der Werksschließung für die Beschäftigten abzumildern“.

Die Bundesregierung: Merkel und ihre Minister

Kabinettssitzung der Bundesregierung im Kanzleramt in Berlin. Wir stellen die Kanzlerin und ihre Minister(innen) vor. Die biographischen Angaben stammen von der offiziellen Seite www.bundesregierung.de © dpa
Angela Merkel ( CDU) ist Bundeskanzlerin. Geboren am 17. Juli 1954 in Hamburg; evangelisch; verheiratet. Merkel ist seit dem 22. November 2005 Kanzlerin. Zuvor war sie Vorsitzende der CDU/ CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag. Merkel ist promovierte Physikerin. © dpa
Thomas de Maizière (CDU) führt das Bundesinnenministerium. Vor seinem Wechsel in die Bundespolitik leitete der 1954 in Bonn geborene promovierte Jurist verschiedene Ministerien in Sachsen. Seit 2005 gehört er in verschiedenen Funktionen der Bundesregierung an. © dpa
Wolfgang Schäuble ( CDU) ist Bundesfinanzminister. Geboren am 18. September 1942 in Freiburg; evangelisch; verheiratet, vier Kinder. Schäuble gehört zum vierten Mal einer Bundesregierung an: Von 1984 bis 1989 war er unter Kanzler Helmut Kohl Bundesminister für besondere Aufgaben sowie Chef des Kanzleramtes, von 1989 bis 1991 und von 2005 bis 2009 (dann unter Kanzlerin Merkel) Bundesinnenminister. © dpa
Ursula von der Leyen (CDU) ist die erste Bundesministerin der Verteidigung. Von 2009 bis 2013 hat sie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales geleitet. Davor war sie vier Jahre lang Bundesfamilienministerin. © dpa
Peter Altmaier (CDU) ist Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben. Zuvor war der Volljurist Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Er gehört dem Deutschen Bundestag seit 1994 an. © dapd
Johanna Wanka (CDU) leitet das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Sie wurde 1951 in Rosenfeld geboren und ist Professorin für Mathematik. Vor ihrem Wechsel in die Bundespolitik war sie Wissenschaftsministerin in Brandenburg und zuletzt in Niedersachsen. © dpa
Siegmar Gabriel (SPD) leitet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Er wurde 1959 in Goslar geboren und war von 1999 bis 2003 niedersächsischer Ministerpräsident. Von 2005 bis 2009 gehörte er als Bundesumweltminister bereits der Bundesregierung an. Seit 2009 ist er Bundesvorsitzender der SPD. © dpa
Frank-Walter Steinmeier(SPD) ist erneut Außenminister. Diese Aufgabe hatte der promovierte Jurist bereits in der Großen Koalition von 2005 bis 2009 inne. Anschließend war er Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. © dpa
Heiko Maas(SPD) ist Bundesjustizminister in der Großen Koalition. Der 1966 in Saarlouis geborene Volljurist war von 2012 bis 2013 stellvertretender Ministerpräsident im Saarland. © dpa
Andrea Nahles(SPD) leitet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Zuvor war sie vier Jahre lang die Generalsekretärin der SPD. © dpa
Christian Schmidt (CSU) leitet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Von Dezember 2013 bis Februar 2014 war er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Zuvor hat der studierte Jurist dieses Amt acht Jahre lang beim Bundesminister der Verteidigung wahrgenommen. Christian Schmidt wurde 1957 in Obernzenn geboren. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. © dpa
Manuela Schwesig (SPD) leitet das Bundesfamilienministerium. Die gelernte Finanzwirtin war von 2008 bis 2011 Sozialministerin und von 2011 bis 2013 Arbeitsministerin in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wurde 1974 in Frankfurt/Oder geboren. © AFP
Hermann Gröhe (CDU) ist Bundesgesundheitsminister in der Großen Koalition. Der 1961 in Uedem geborene Volljurist war von 2008 bis 2009 Staatsminister bei der Bundeskanzlerin und von 2009 bis 2013 Generalsekretär der CDU. © dpa
Alexander Dobrindt (CSU) ist Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Zuvor war er vier Jahre lang der Generalsekretär der CSU. © picture alliance / dpa
Barbara Hendricks (SPD) ist Bundesumweltministerin. Die promovierte Historikerin gehört dem Deutschen Bundestag seit 1994 an und war von 1998 bis 2007 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesfinanzminister. © dpa
Gerd Müller (CSU) ist Bundesentwicklungsminister. Zuvor war er seit 2005 als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium tätig. Geboren wurde er 1955 im schwäbischen Krumbach. © dpa

Der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel rief zum Kampf um den Standort auf. „Wir werden auch nach 2016 in Bochum Autos bauen“, sagte er am Montag nach der Betriebsversammlung in Bochum. Der Betriebsrat fordert eine klare Aussage für die Beschäftigten. Die IG Metall-Vertrauensleute treffen sich „kurzfristig“, um über ihre künftige Strategie zu beraten. An diesem Mittwoch wolle außerdem die IG Metall-Tarifkommission für alle Opel-Standorte in Frankfurt zusammenkommen, teilte die Gewerkschaft mit.

Rund 3300 Opelaner in Bochum und 1000 Fremdfirmenbeschäftigte sowie tausende indirekt vom Werk abhängige Beschäftigte bangen um Jobs oder Aufträge. Stadt und Land wollen aber helfen, eine neue Perspektive für den Standort zu entwickeln. Das Opel-Warenverteilzentrum in Bochum mit derzeit 430 Mitarbeitern solle erhalten und möglicherweise aufgestockt werden, hatte Opel mitgeteilt. In Verhandlungen mit den Arbeitnehmern will das Unternehmen prüfen, ob eine Teilefertigung in Bochum wirtschaftlich möglich ist. In dem Werk könnte eine dreistellige Zahl von Jobs entstehen, hatte die Opel-Spitze mitgeteilt.

dpa

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