Aljoscha Rittner kandidiert im Wahlkreis Einbeck-Uslar

Pirat will Landtag entern

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Kommunikationstechnisch optimal ausgestattet: Der Pirat Aljoscha Rittner hat mit seiner Frau seit sechs Jahren ein Fachwerkhaus in Schlarpe gemietet. Er hat seinen Ausblick aus dem Fenster als Hintergrundbild im Tablet-Computer gespeichert.

Schlarpe. Leinen los heißt es für den Kandidaten der Piratenpartei im Wahlkreis 19: Aljoscha Rittner aus Schlarpe wird am 6. Januar 42 Jahre alt und kandidiert als Direktkandidat der jungen Partei für einen Sitz im niedersächsischen Landtag. Außerdem steht er auf dem 16. Listenplatz.

Bei der Wahl rechnet sich der geborene Göttinger, der seine Kindheit in Osterode am Harz verbrachte und einige Zeit in Hardegsen lebte, wo er seine Frau Nicole Rittner heiratete, fünf bis sechs Prozent der Stimmen aus. Ein halbes Dutzend Piraten könnten so vielleicht den Landtag entern.

Mit Hund auf Tour

Rittners sind kinderlos und zogen bewusst aufs Land. In Schlarpe hat das Paar ein altes Fachwerkhaus mit großem Grundstück gemietet. Das bietet Platz zum Ausspannen, für die Bewirtschaftung eines Gartens mit selbstgezogenen Tomaten und für die Hündin Anka. Die sorgt für Bewegung, denn am liebsten ist sie mit ihm – auch per Rad – in der Natur unterwegs.

Heute arbeitet Aljoscha Rittner wieder in der Uni-Stadt Göttingen, in der er sein Abitur ablegte und Wirtschaftsinformatik studierte. Mit einem Partner betreibt Rittner dort die Firma Sepix GmbH, ein Unternehmen, das sich mit der Software-Entwicklung beschäftigt und zunächst in Hann. Münden ein Büro betrieb. Seine Firma entwickelt Computer-Programme für den Außendienst sowie Spezial-Projekte. Dazu gehört die Unternehmensberatung.

Die Region zwischen Leine und Weser, Harz und Solling ist dem Software-Entwickler und Wirtschaftsinformatiker gut vertraut. Das Leben der Menschen liegt dem „IT-Fuzzi“, wie sich der bekennende Nichtraucher bezeichnet, sehr am Herzen. Die angestrebte Quell- und Telekomüberawachung brachte ihn einst auf die politische Bühne. 2010 trat er in die Piratenpartei ein. Dort sieht er sich mit seiner „eher Grünen und Linken-Einstellung“ am besten aufgehoben. „Unter dem Motto machen statt Labern kann ich wunderbar beim Aufbau der Strukturen mitarbeiten“, sagt der Wahl-Schlarper, der gern in England und Schottland Urlaub macht.

Von Anfang an engagiert er sich im 35 Mitglieder zählenden Kreisverband der Piraten, kümmert sich als Schatzmeister um die Finanzen. Das sei Basisarbeit, für die er am Liebsten die modernen Kommunikations-Medien verwendet. Vom Aufstehen gegen 6 Uhr bis Mitternacht an sind I-Pad, Tablet-PC, Laptop & Co. eingeschaltet.

Krimi-Liebhaber

Seit September 2011 sitzt Rittner, der gern englische Krimis liest, im Uslarer Stadtrat, arbeitet in der Bunten Ratsgruppe mit. Durch den politischen Neuanfang und die Aufsplittung der teils verkrusteten Mehrheiten sei die Ratsarbeit verbessert worden, lobt der Kandidat für einen Sitz im Leineschloss, der seit 2011 auch im Ortsrat Schlarpe ist. Man rede wieder miteinander. Das sei eine neue Kultur.

Das Internet nutzt der Pirat, um kostengünstig und schnell Informationen zu verbreiten. Auch ältere Leute erreicht er über das Medium, ist sich der Hobby-Fotograf für Landschaft, Porträts und Architektur sicher. Er sucht den Kontakt und das Gespräch zum Bürger. Und als Sollinger will er in Hannover die Interessen der Menschen aus der Region vertreten. Er sei viel dichter dran, als andere Politiker.

Kein Problem hat der Pirat mit einem Holzofen in der Stube damit, dass er als Direktkandidat sogar Plakate selbst kleben muss und auch sonst Dinge erledigt, die bei den alten Parteien eher nur „das Fußvolk“ erledigen darf.

Von Jürgen Dumnitz

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