Piraten klettern weiter - FDP deutlich unter 5 %

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Die Piratenpartei wird immer beliebter.

Mainz - Nach ihrem jüngsten Wahlerfolg im Saarland sind die Piraten auch bundesweit im Aufwärtstrend. Die FDP stürzt ins bodenlose.

Im aktuellen ZDF-Politbarometer, das am Freitag veröffentlicht wurde, kommen die Piraten im Bund auf acht Prozent der Stimmen und konnten sich damit als einzige Partei verbessern. 24 Prozent der Deutschen würden sich die Partei sogar in der nächsten Bundesregierung wünschen. Die FDP liegt dagegen weiter bei drei Prozent, und die Mehrheit der Deutschen sagt den Liberalen eine düstere Zukunft voraus.

Piraten: Was steckt hinter der neuen Partei?

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Die Piratenpartei hatte am Sonntag bei der Landtagswahl im Saarland aus dem Stand 7,4 Prozent der Stimmen geholt. Nach Berlin war es ihnen damit zum zweiten Mal in Folge gelungen, in ein Landesparlament einzuziehen. Auch wenn die große Mehrheit der Deutschen (83 Prozent) den Erfolg der Partei laut Politbarometer auf die Unzufriedenheit mit den Mitbewerbern zurückführt, fänden es 37 Prozent der Bürger gut, wenn die Piraten auch im Bundestag vertreten wären. Trotz des aktuellen Hochs glauben aber nur 36 Prozent, dass die Piraten langfristig erfolgreich sein werden. 50 Prozent glauben das nicht.

Noch deutlicher düsterer schätzen die Deutschen allerdings die Aussichten für die FDP ein. Nur 21 Prozent trauen den Liberalen einen langfristigen Erfolg zu. 70 Prozent glauben nicht daran. Bei der Saarland-Wahl hatte die Partei nur 1,2 Prozent der Stimmen erreicht, die Liberalen fliegen somit aus dem dortigen Parlament. Ein ähnliches Schicksal sagt die Mehrheit der Bürger (71 Prozent) der Partei auch für die anstehende Wahl in Nordrhein-Westfalen voraus. Inzwischen geht auch nur ein gutes Viertel (26 Prozent) der Bevölkerung davon aus, dass Philipp Rösler am Ende des Jahres noch FDP-Chef sein wird.

Rösler ganz hinten

Der Vizekanzler schneidet im Politiker-Ranking am schlechtesten ab. Bei der Bewertung nach Sympathie und Leistung steht Rösler am Ende der Liste der zehn wichtigsten Politiker, vor Außenminister und Parteikollege Guido Westerwelle. Die Rangliste führt weiterhin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an, gefolgt von ihren möglichen SPD-Herausforderern, Ex-Finanzminister Peer Steinbrück und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Auf den weiteren Plätzen reihen sich die CDU-Minister Wolfgang Schäuble (Finanzen), Thomas de Maizière (Verteidigung) und Ursula von der Leyen (Arbeit) ein; es folgen SPD-Chef Sigmar Gabriel und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer.

In der Sonntagsfrage des Politbarometers können die Piraten als einzige Partei zulegen und kommen auf acht Prozent (plus zwei Punkte). Die Liberalen würden mit drei Prozent dagegen auch im Bund aus dem Parlament fliegen. Die Union liegt unverändert bei 36 Prozent, die SPD bei 29 Prozent (minus ein Punkt). Die Linke bekäme sieben Prozent der Stimmen, die Grünen 14 Prozent. Damit hätten weder eine schwarz-gelbe noch eine rot-grüne Koalition eine Mehrheit. Von allen denkbaren Koalitionsmodellen bewerten die Deutschen laut Umfrage ohnehin nur eine Option positiv: eine große Koalition aus Union und SPD.

Sie waren die Chefs der FDP

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Für das Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag 1.271 Wahlberechtigte.

dapd

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