Piraten küren Team für NRW-Wahl

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Überraschend ist Medienpädagoge Joachim Paul Spitzenkandidat der Piraten in NRW geworden.

Münster - Die Piraten wollen in den NRW-Landtag - zwei aufreibende Tage lang kürten sie dafür ihre Kandidaten. Das Rennen um Listenplatz Eins machte unerwartet nicht der Landeschef, sondern ein eher unbekannter Medienpädagoge.

Mit nervenaufreibenden Dauerdebatten haben die Piraten am Wochenende ihre Kandidaten für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen bestimmt. Bis zum frühen Sonntagnachmittag stand nach rund 15-stündiger Diskussion gerade mal Platz Eins der Landesliste fest: Der politisch bislang eher unerfahrene Medienpädagoge Joachim Paul aus Neuss schaffte mit 202 von 398 Stimmen die nötige 50-Prozent-Hürde. Der als Favorit gehandelte Piraten-Parteichef Michele Marsching war im ersten Wahlgang am Samstag knapp am Quorum gescheitert. Bis zum Abend wollten die Piraten in weiteren Wahlgängen die restlichen Listenplätze füllen. Gewählt werden 40 Kandidaten.

Der promovierte Biophysiker Paul kündigte nach seinem Wahlerfolg an, mit einem Spitzenteam in den Wahlkampf zu gehen: „Ich will mit einem Netz, einem Team in den Landtag einziehen“, sagte er. Gedacht sei an ein Quartett der ersten vier Listenplätze für den Wahlkampf.

„Wir haben sehr viele Lernprozesse vor uns“, räumte der 54-Jährige ein. „Wir treten nicht an, um Politik unmöglich zu machen.“ Als seine thematischen Schwerpunkte sieht der Pirat aus Neuss die Bereiche Bildung, Forschung und Medien.

Die Partei hat in NRW gute Aussichten auf den Einzug in den Landtag. Sie liegt nach Umfragen um die 6 Prozent. 2010 hatten die Piraten bereits für den NRW-Landtag kandidiert und 1,6 Prozent der Stimmen erreicht.

Mitte April kommt die Partei zu einem weiteren zweitägigen Parteitag zusammen. Dann soll das Wahlprogramm festgezurrt werden. Vor allem bei Bildungs- und Wirtschaftsthemen könnten die nordrhein-westfälischen Piraten punkten, sagte die politische Bundesgeschäftsführerin Marina Weisband in Münster: „NRW ist in vielerlei Hinsicht piratisch gesehen ein Vorreiter.“

dpa

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