Übung: Bereitschaftspolizei trainiert Reaktion auf gewaltsame Ausschreitungen

+
Nix wie weg: Bereitschaftspolizisten stürmen während der Übung auf Demonstranten zu. Auch Situationen wie Festnahmen und Identitätsfeststellungen müssen Polizisten ständig üben.

Celle. Die Insassen im weißen Kleinbus trommeln mit den Fäusten gegen die Scheiben - durch die Fahrzeugtür stürmen Polizisten in schwerer Schutzkleidung. Schnell haben die Beamten Schlagstöcke sichergestellt und nehmen Personen in den Klammergriff, um sie aus dem Bus zu bringen.

„Keine Gewalt“ schreien die jungen Leute - dennoch: sie sind aggressiv und leisten Widerstand.

Bei der Großübung der niedersächsischen Bereitschaftspolizei am Dienstag in Celle spielen die Insassen gewaltbereite linke Demonstranten, alle Komparsen sind in Wirklichkeit Polizisten.

Kabelbinder als Handfessel

Im Einsatz auf einem ehemaligen Kasernengelände sind mehrere Einheiten der Polizei - alle zusammen bilden die Hundertschaft. Insgesamt 800 Mitwirkende spielen Szenen nach einem Drehbuch. Hintergrund sind Ausschreitungen bei Fußballspielen in der vergangenen Saison oder beim Castortransport. „Wir haben eine spürbar zunehmende Gewaltbereitschaft bei derartigen Einsätzen“, sagt Polizeipräsident Christian Grahl.

Eine junge Frau liegt am Boden, zwei Beamten fesseln ihre Hände mit Kabelbindern. Sie wird wie andere Festgenommene in einen Wagen geführt. Dort überprüft die Polizei die Identität und nimmt die Vorwürfe auf. Die Betroffenen werden dann entlassen oder kommen in Gewahrsam - auch solche Aktionen müssen geübt werden.

Kurz darauf eskaliert die Situation: Rund 100 linke Demonstranten marschieren Richtung Versammlungsplatz. Sie werfen Feuerwerkskörper und postieren sich vor der Polizei. Dann fliegen Flaschen und Knallkörper in Richtung der Beamten.

Eine Polizeidrohne steigt in die Luft, um das Geschehen aufzunehmen. Die gewaltbereiten Demonstranten ignorieren die Anweisungen der Polizei - der Wasserwerfer kommt zum Einsatz. Dann stürmen die Beamten auf die linke Gruppe zu.

„Das ist eine klassische Begegnung zwischen Polizei und Demonstranten“, erklärt Polizeipräsident Grahl. „Die Beamten holen bei diesen Einsätzen gezielt Straftäter und Rädelsführer aus den Menschenmassen heraus.“ Um diese zu identifizieren werden spezielle Tatbeobachter eingesetzt. Führungskräfte der Polizei sowie Gruppen aus Kroatien und den Niederlanden beobachten die Übung. (lni)

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.