Leserstimmen zur Streitkultur

Das Pöbelparlament: Polemik und Beschimpfungen in der Politik

Der Hessische Landtag ist für seine Streitkultur bekannt. Politiker aller Lager greifen sich regelmäßig scharf an - und schießen dabei auch über die Grenzen des Anstands hinaus. Beteiligen Sie sich an der Debatte über das richtige Maß politischer Auseinandersetzung.

Liebe Leserinnen und Leser,

wie finden Sie es, wenn sich Politiker beschimpfen? Polemik - das heißt unsachlicher Angriff, scharfe Kritik. Und so etwas hat es schon immer gegeben. Eine andere Frage ist allerdings, ob man das gut findet. Die Zitate, die Sie unten sehen, stammen alle aus dem Hessischen Landtag.

Er gilt nicht zuletzt wegen solcher Äußerungen, die teilweise nicht einmal mehr vom Parlamentsvorsitzenden gerügt werden, als das deutsche Pöbelparlament überhaupt. Wie finden Sie Polemik in der politischen Auseinandersetzung? Legitim, witzig oder einfach nur unmöglich? Was meinen Sie?

Teil Sie uns Ihre Haltung über die Kommentarfunktion mit.

Zitate aus dem Hessischen Landtag

„Geh zurück nach Sanaa!“
Zwischenruf von Clemens Reif (CDU) zu Tarek Al-Wazir (Grüne), dessen Vater aus dem Jemen kommt; Reif will „Ein Student aus Sanaa“ gerufen haben - 30. August 2000

„dass er anfängt, Namen von Menschen mit einer neuen Form von Stern an der Brust zu nennen: Das sind die Reichen, die bezahlen sollen.“
Ministerpräsident Roland Koch (CDU) über verdi-Chef Bsirske in einer Vermögenssteuer-Debatte am 12. Dezember 2002

„Herr Kollege Brückmann, ich wünsche Ihnen wirklich von Herzen (...) gute Besserung. Nachdem, was ich vernehmen musste, habe ich aber die ernsthafte Befürchtung, dass bei Ihnen nicht nur der Fuß gebrochen ist.“
Frank Kaufmann (Grüne) nach einer Rede von Uwe Brückmann (CDU) am 12. Dezember

„Was fällt Ihnen eigentlich ein? Sie sind doch ein ungezogener Lümmel! Pfui Teufel!“
Reaktion von Volker Hoff (CDU), auf Kaufmann am selben Tag

„Uns geht es um die Freiheitsrechte aller Bürger nicht nur der Steuerhinterzieher wie z.B. bei der FDP.“
Andreas Jürgens (Grüne) in einer Debatte zum Antidiskriminierungsgesetz am 17. März 2005

„Herr Reif, ich habe gehört, dass Sie mich gerade als Kalaschnikow bezeichnet haben. Dann hören Sie einmal gut zu, Schrotflinte, was ich Ihnen hier zu sagen habe.“ Janine Wissler (Linke) am 20. Mai 2010 zu Clemens Reif (CDU)

„Frau Fuhrmann, ich weiß nicht, ob Sie diesen Landtag als therapeutische Vereinigung (...) missbrauchen. Aber ihr Benehmen (...) war unerträglich.“
Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) zu Petra Fuhrmann (SPD) am 20. März 2013

„Autist“, der es „im Leben nur zum Politiker gebracht“ habe.
Rolf Müller (CDU) über den 60-jährigen SPD-Sozialpolitiker Gerhard Merz in der Debatte über das Kinderförderungsgesetz am 25. April 2013.

Rubriklistenbild: © dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.