Polenz contra Teufel - Seehofer will Diskussion

+
Angesichts der Vorwürfe von Erwin Teufel fordert CSU-Chef Horst Seehofer eine Diskussion innerhalb der Union.

Köln - Der ehemalige CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz weist die Kritik des früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel (CDU) an der Union zurück. CSU-Chef Horst Seehofer fordert hingegen eine Diskussion.

 “Ich finde nicht, dass er Recht hat“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Bundestagsausschusses, Ruprecht Polenz, dem “Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwochausgabe). Wenn die CDU heute nicht mehr so auftrete wie früher und so gute Wahlergebnisse erziele, liege dies nicht zuletzt daran, “dass die Zeiten sich geändert haben“.

Besonders verteidigte Polenz die Europapolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Was sie für die Rettung Griechenlands und des Euro tue, sei ein “wichtiger Beitrag, das über Jahrzehnte bewährte Profil der CDU als Europapartei zu stärken“.

Teufel hatte gesagt, die CDU-Stammwähler könnten die Alleinvertretungsmerkmale der Partei und ihre Kernkompetenzen nicht mehr erkennen. Der Union fehle ein wirtschaftspolitisches Gesicht. Auch in der Europapolitik habe die Partei ihr Profil verloren.

Seehofer fordert Diskussion in der Union über Kritik Teufels

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer fordert die Unionsparteien auf, sich mit der von Erwin Teufel  geübten Kritik zu befassen. Dessen Anmerkungen zum Erscheinungsbild der CDU seien eine “wirklich ernstzunehmende Analyse“, sagte Seehofer der “Bild“-Zeitung (Mittwochausgabe).

“Die Unionsparteien insgesamt sind hier angesprochen“, erklärte der bayerische Ministerpräsident und fügte an: “Wenn ein so besonnener Fahrensmann wie Erwin Teufel den Verlust von Stammwählern beklagt, an das C im Parteinamen erinnert und mehr Wirtschaftskompetenz anmahnt, dann müssen wir uns damit auseinandersetzen.“ Die Mahnung, die Teufel der Union ins Stammbuch geschrieben habe, “darf man nicht einfach so beiseite wischen“.

Zur Äußerung Teufels, der CDU fehle ein wirtschaftspolitisches Gesicht, sagte Seehofer, er habe der Schwesterpartei keine personalpolitischen Ratschläge zu geben. Aber “generell müssen wir immer darauf achten, dass unsere gute Sachpolitik auch durch authentische Personen vertreten wird“.

dapd

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.