Michael Selke aus Gladebeck möchte für  FDP in den Landtag

Gemütlich: FDP-Landtagskandidat Michael Selke im heimischen Wohnzimmer in Gladebeck. Immer dabei: Jagdhund Merlin. Foto:  Plikat

Gladebeck. Im Kaminofen prasselt das wärmende Feuer, davor liegt Jagdhund Merlin. Draußen schneit es, die Temperaturen sind frostig. Der Winter ist da. Doch in der Wohnung von Michael Selke in Gladebeck ist es dafür umso gemütlicher.

Über einer wuchtigen Kommode mit tollen Schnitzereien hängen jede Menge Gehörne - der 46-jährige Selke ist passionierter Jäger. Doch eine Sache betreibt der FDP-Mann in seiner Freizeit mit einer noch größeren Leidenschaft, wie er selbst erzählt: die Jagdmusik. Seit gut 25 Jahren spielt er in einer Gruppe in Göttingen das große Parforcehorn.

Doch das ist noch lange nicht alles. Selke ist Ortsbürgermeister in Gladebeck, Vorsitzender des Sportvereins („...obwohl ich doch gar nicht sportlich bin...“) und Mitglied in der Feuerwehr und im Männergesangverein.

Selkes Beruf ist der des Zungenstimmenintonateurs. Das große Fragezeichen, das wohl jeder zunächst im Kopf hat, weiß der 46-Jährige schnell zu vertreiben: Selke stimmt die Pfeifen von großen Orgeln. Und groß bedeutet wirklich groß: Er hat unter anderem für die richtigen Töne der Orgeln in der Nationalkathedrale von Washington/USA gesorgt, in der Music Hall in Philadelphia und auch im Kölner Dom.

Ziel: die Selbstständigkeit

Beschäftigt war Selke bis vor kurzem in einer Firma in Göttingen - doch die musste leider Insolvenz anmelden. Der Gladebecker hat die Hände nicht in den Schoß gelegt: Derzeit befindet sich der 46-Jährige auf dem Weg in die Selbstständigkeit als Zungenstimmenintonateur, um auch in Zukunft Kirchenorgeln Leben einzuhauchen.

Ja und dann ist da natürlich noch die Politik: Der 46-Jährige möchte am 20. Januar den Sprung in die Landespolitik schaffen. Darum hat er sich im hiesigen Wahlkreis als FDP-Landtagskandidat auf die Liste setzen lassen. Aktiv in der Politik ist Selke erst seit 2006. Schon vorher besuchte er regelmäßig Sitzungen politischer Gremien im Landkreis.

Machen statt meckern

„Da hab ich oft meckernd in den Zuhörerreihen gesessen. Und irgendwann ist mir die Hutschnur geplatzt und ich habe gesagt, jetzt machst du selber mit.“ Auf Anhieb erreichte Selke als Einzelbewerber das zweibeste Ergebnis im Hardegser Stadtrat. Plötzlich kamen die Sozialdemokraten und auch die Grünen auf ihn zu, um ihn für ihre Parteiarbeit zu gewinnen. „Beim Gespräch mit der SPD war ich wohl zu fordernd, die wären nicht mit mir zurecht gekommen“, erzählt Selke grinsend.

Am unkompliziertesten war es aber mit den Liberalen, so Selke: Schnell wurde der Gladebecker unter anderem stellvertretender Kreisvorsitzender und Chef des Ortsvereins. Seine Chancen auf den Sprung in den Landtag schätzt Selke selber „eher bescheiden“ ein.

Und was macht Michael Selke am 21. Januar, dem Tag nach der Wahl? „Ich werde erstmal durchatmen und alles Revue passieren lassen. Der Wahlkampf ist wirklich sehr anstrengend.“ (kat)

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