„Sophie heißt jetzt Ben“

CDU schreitet ein! Politiker verteilen heikle Aufklärungs-Broschüre an Kita-Kinder

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Das Cover der Broschüre „Murat spielt Prinzessin, Alex hat zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben“.

Der Berliner Senat hat eine Broschüre unterstützt, die bereits Kleinkinder sexuell aufklären soll. Erzieher von Kitas sollen sie anwenden. Die CDU will die Nutzung aber stoppen.

Berlin - Wertschätzung und Anerkennung von Unterschieden unter Menschen, kurz Inklusion, steht seit Jahren ganz oben auf der Agenda der Schul- und Erziehungspolitik. Doch eine Broschüre der Bildungsinitiative Queerformat und des sozialpädagogischen Fortbildungsinstituts Berlin-Brandenburg für Erzieherinnen und Erzieher von Kindertagesstätten sorgt nun in Berlin für Empörung.

Der Titel: „Murat spielt Prinzessin, Alex hat zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben. Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt als Themen frühkindlicher Inklusionspädagogik“. Kinder sollen mit der 140 seitigen „Handreichung“, die vom Senat der Hauptstadt finanziert wurde, möglichst frühzeitig aufgeklärt werden. Dafür sind in dem Heft Erfahrungsberichte, Praxistipps und pädagogisches Material zusammengestellt. (Hier finden Sie die Broschüre).

Berliner-CDU protestiert

Ein Kapitel heißt etwa: „Ich bin nicht Emil, ich bin Charlotte!“ Geschlechtsvariantes Verhalten von Kindern verstehen und pädagogisch begleiten.

Die Berliner-CDU protestiert: „Fragen der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt gehören nicht in die Berliner Kindertagesstätten“, sagt CDU-Fraktionschef Florian Graf (44) in der Bild. „Die dort betreuten Kleinstkinder sollen Kind sein dürfen, ohne in jüngsten Jahren mit Fragestellungen zur sexuellen Identität konfrontiert zu werden.“

Die Christdemokraten wollen die Nutzung der Broschüre über das Abgeordnetenhaus stoppen.

„Ich bin schon immer ein Mädchen, da ist nur der Penis falsch“

Über die Ehe aus Mann und Frau heißt es. Die „Grundannahme, dass Kinder für ihre gesunde Entwicklung eine Mutter und einen Vater brauchen, die zusammenleben“, findet Autorin Stephanie Nordt nicht richtig. „Regenbogenfamilien“ (in denen mindestens ein Elternteil lesbisch, schwul, bisexuell oder transgeschlechtlich ist) würden durch diese Annahme „disqualifiziert“, behauptet sie in ihrem Buch.

In einem weiteren Kapitel des Buches (Seite 51) spricht ein Junge, der im Buch als „neunjährige Lisa“ geführt wird. Er ist mit seinem Geschlecht nicht einverstanden: „Als ich vier Jahre alt war, wollte ich mir den Penis abschneiden und habe ihn immer versteckt. Ich bin schon immer ein Mädchen, da ist nur der Penis falsch. Den will ich nicht haben. Ich dachte, dass er, wenn ich schlafe, von einer Fee weg gezaubert wird.“

An einer anderen Stelle (S. 74) erzählt ein Fünfjähriger: „Mein Name ist für Jungs und für Mädchen. Ich möchte mal einen Bart haben, Brüste mit Milch drin, Baby im Bauch, Penis und Scheide und eine hohe Stimme.“

Dass es Gegner dieser Art von Inklusion gibt, dürfte nach diesen Beispielen kaum verwundern.

mke

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