Chronist der Bonner Republik

Politiker-Fotograf Jupp Darchinger gestorben

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Mit seiner ersten Spiegelreflexkamera in der Hand erläutert der Bonner Fotograf Josef Heinrich (Jupp) Darchinger 1997 vor einem Bild von Willy Brandt und Leonid Breschnew die Entstehungsgeschichte dieses Bildes.

Bonn - Der zu den bekanntesten Fotografen der Bonner Republik zählende Josef Heinrich "Jupp" Darchinger ist tot.

Darchinger starb am Sonntag im Alter von 87 Jahren in seiner Heimatstadt Bonn, wie sein Sohn Marc mitteilte. Darchinger fotografierte für das Nachrichtenmagazin "Spiegel" und die Wochenzeitung "Die Zeit", alleine der "Spiegel" druckte mehr als 10.000 seiner Bilder.

Darchinger starb kurz vor seinem 88. Geburtstag, er wurde am 6. August 1925 geboren. Der ursprünglich zum Landwirt ausgebildete Bonner machte nach dem Zweiten Weltkrieg eine Ausbildung zum Fotolaboranten und nannte sich ab 1952 Fotojournalist. Diese Berufsbezeichnung erfand er selbst, da er sich wegen seiner fehlenden Ausbildung nicht Fotograf nennen durfte.

Schmidt: "He is simply the best"

Im Laufe seiner Karriere fotografierte Darchinger in der Politik alle nationalen und internationalen Größen. Sowjet-Führer Leonid Breschnew dirigierte er so lange, bis er ihn in Moskau in der richtigen Position hatte. Dem Schah von Persien sagte er frei von jeglicher Demut: "Jetzt will ich einmal Zähnchen sehen, Majestät." Zu seinen Motiven zählten alle Bundeskanzler mit Bonner Amtssitz. Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) lobte Darchinger mit den Worten "He is simply the best."

Mit dem Regierungsumzug nach Berlin beendete Darchinger die politische Fotografie. Vor wenigen Jahren veröffentlichte er noch einmal einen Bildband zum Wirtschaftswunder. Sein 1,6 Millionen Negative und zehntausende Abzüge, Dias und Daten umfassendes Archiv überließ er der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. Der Sozialdemokrat hatte seine Laufbahn mit der Dokumentation der Beisetzung des verstorbenen SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher 1952 begonnen.

AFP

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