Direktkandidat der Grünen im Wahlkreis Einbeck-Uslar

Hans-Joachim Nehring: Ein Politiker im Unruhestand

Entspannung in der Küche: Hans-Joachim Nehring kann kochen und tut dies vor allem für Gäste. Zu seinen Spezialitäten gehört Heringssalat nach einem Rezept seiner Großmutter. Außerdem wurstet der Einbecker selbst und räuchert Schinken. Foto: Schmidt-Hagemeyer

Uslar. Seine heute vierjährige Enkeltochter Leoni war für Hans-Joachim Nehring der Anstoß in die Politik zu gehen. Besonders liegen dem 64-Jährigen Umweltprobleme am Herzen.

Er wolle die Gelegenheit nutzen etwas zu tun – „damit unsere Kinder noch ein Leben haben“, sagt der Einbecker, der bei der Landtagswahl am 20. Januar 2013 als Direktkandidat der Grünen im Wahlkreis 19, zu dem Uslar, Dassel, Einbeck, Bad Gandersheim, Kreiensen und das gemeindefreie Gebiet Solling gehören, antritt.

Erst 2010 ist Nehring Mitglied im Ortsverband der Grünen geworden. Bereits ein Jahr später wurde er in den Kreistag gewählt, ist stellvertretender Kreistagsvorsitzender, Mitglied in mehreren Ausschüssen und Gremien. Die Kreistagsarbeit sei ein guter Einstieg in die Politik, sagt der gelernte Maschinenschlosser und Elektromonteur, der aus Sachsen-Anhalt stammt. Nach der Wende kam er nach Niedersachsen, leitete unter anderem als selbstständiger Kaufmann einen Supermarkt in Einbeck. Vor einem Jahr ging er in Rente. „Seitdem ist die Politik mein Hobby.“

Früher hat der 64-Jährige, der seit 42 Jahren mit seiner Frau Renate verheiratet ist und einen erwachsenen Sohn und eine Tochter hat, viel Zeit im Schrebergarten verbracht. Dort wachsen noch Kartoffeln und Erdbeeren – für die Enkelin und die selbstgemachte Marmelade. Doch ansonsten blieb zuletzt für den Garten wenig Zeit.

Denn Nehring engagiert sich für die Parteiarbeit. Seine Chancen, in den Landtag zu kommen, sieht er ehrgeizig. Weil er keinen Listenplatz wollte, kann er nur als Direktkandidat nach Hannover kommen. Das hat bislang zwar noch kein grüner Direktkandidat aus dem Landkreis Northeim geschafft. „Trotzdem möchte ich den Versuch machen.“

Seine politischen Anliegen hätten allesamt mit persönlichen Erfahrungen zu tun, sagt der Grüne, der nahe Morsleben aufgewachsen ist. Den Umweltschutz und die Problematik des Atommüll-Zwischenlagers Asse nennt er als seine Schwerpunktthemen. Außerdem lehnt Nehring die Erdgasfördermethode Fracking ab und will große Masthähnchen-Anlagen verhindern. Nach der Erfahrung mit eigenen Angehörigen sieht er Handlungsbedarf bei der Arbeit in deutschen Pflegeheimen. Als Politiker, der Häuser offiziell besuche, bekomme man die wahre Situation, den Zeitmangel und unzureichende Qualifikation des Personals nicht zu sehen. Grundsätzlich meint der Politik-Neuling: Zu viele Landes- und Bundespolitiker seien schon zu lange im Geschäft „und wissen nicht mehr, was die Menschen täglich bewegt“. (shx)

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