Vorwahlen zu US-Kongress

Damit hat niemand gerechnet: Junge Latina und Ex-Kellnerin schafft Polit-Sensation

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Die Gemeindeaktivistin Ocasio-Cortez, die bis vor kurzem noch als Kellnerin arbeitete

Einer jungen Latina aus New York ist bei den Vorwahlen für den US-Kongress eine faustdicke Überraschung gelungen. Die "New York Times" spricht von "politischer Revolution“.

New York - Einer jungen Latina aus New York ist bei den Vorwahlen zur Bestimmung der Kandidaten für den US-Kongress eine faustdicke Überraschung gelungen. Im internen Rennen der oppositionellen Demokraten um die Kandidatur in einem der Wahlbezirke der Ostküstenmetropole setzte sich die 28-jährige Alexandria Ocasio-Cortez am Dienstag klar gegen den derzeitigen Mandatsinhaber Joe Crowley durch. Crowley ist eine der Führungsfiguren der Partei im Repräsentantenhaus.

Ocasio-Cortez errang in dem Bezirk, der Teile der Stadtviertel Bronx und Queens umfasst, rund 57,5 Prozent der Stimmen. Crowley, der seit 20 Jahren dem Repräsentantenhaus angehört, kam nur auf etwa 42,5 Prozent. Der Sieg der Newcomerin vom linken Parteiflügel ist ein schwerer Schlag für das Partei-Establishment der Demokraten: Crowley gehört der Fraktionsführung an und galt als möglicher Nachfolger der umstrittenen Fraktionschefin Nancy Pelosi.

Sie arbeitete vor kurzem noch als Kellnerin 

Die Gemeindeaktivistin Ocasio-Cortez, die bis vor kurzem noch als Kellnerin arbeitete, wird nun bei den Kongresswahlen im November gegen den Republikaner Anthony Pappas antreten. Sie hat beste Chancen, in das Repräsentantenhaus einzuziehen, da ihr Wahlbezirk traditionell von den Demokraten dominiert wird.

Die "New York Times" bezeichnete aber schon ihren Sieg in den Vorwahlen als "politische Revolution - oder etwas in der Art". Es handle sich um eine "verblüffende Illustration" der in diesem Jahr herrschenden Dynamik auf der linken Seite des politischen Spektrums.

So reagiert Trump auf den Überraschungserfolg

Der Sieg von Ocasio-Cortez spiegelt auch die Schwierigkeiten der Demokraten wider, zu einem geschlossenen Kurs gegen Präsident Donald Trump zu finden. Der interne Richtungsstreit dreht sich darum, ob die Partei weiter nach links rücken soll, um sich stärker von Trump und den Republikanern abzugrenzen - oder ob sie sich durch einen moderaten Kurs auf Wähler der Mitte fokussieren soll.

Trump selbst bewertete die Niederlage Crowleys als Beleg dafür, dass sich die Demokraten "in Turbulenzen" befänden. Diesen Wahlausgang habe "niemand kommen sehen", schrieb der Präsident im Kurzbotschaftendienst Twitter. Auch Ocasio-Cortez reagierte völlig überrascht. "Ich kann diesen Zahlen gerade nicht glauben", sagte sie in einer ersten Reaktion am Wahlabend.

AFP

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