Tipps für den Kandidaten

Experte: Steinbrück muss Thema Geld umfahren

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Sollte nach Meinung eines Politologen am besten das Thema Geld ausklammern: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.

Berlin - SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sollte nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Ulrich von Alemann in der politischen Auseinandersetzung das Thema Geld umgehend ausklammern.

„Er muss dieses Thema umfahren“, sagte er am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin. Stattdessen müsse Steinbrück über die Themen reden, die ihm am Herzen liegen, etwa die Schuldenkrise in Europa. „Er muss sehen, dass er neue und andere Themen setzt, die die Menschen wirklich interessieren und bewegen. Dieses Thema bewegt die Menschen nicht.“

Steinbrück steht seit Wochen wegen seiner hohen Nebeneinnahmen aus Vorträgen in der Kritik. Am Wochenende sorgte er für Wirbel durch seine Feststellung in einem Interview, der Bundeskanzler in Deutschland verdiene zu wenig - gemessen an seiner Leistung und im Verhältnis zu anderen Tätigkeiten mit weniger Verantwortung und viel größerem Gehalt.

„Ich habe mich gefragt, welcher Teufel hat ihn da geritten, und wer hat ihn beraten? Er hat ja Recht. Aber Recht haben heißt noch nicht, das Richtige zu sagen“, sagte von Alemann. „Man muss als Politiker immer an die Wirkung denken von dem, was man sagt. Und die Wirkung ist einhellig katastrophal, bis weit in seine eigene Partei hinein.“

Steinbrück sei als Bundesfinanzminister der großen Koalition den Bürgern als „harter Hund“ bei den deutschen Finanzen gut in Erinnerung. „Jetzt gilt er wohl beim Bürger als der harte Hund mit seinen eigenen Finanzen. Und das ist natürlich eine Katastrophe.“

Von Alemann ging davon aus, dass dies Steinbrück länger anhängen wird. „Es ist schon eine Schramme, die bleibt, eine Narbe, die wird sicher nicht von seinen politischen Wettbewerbern vergessen werden in dem ganzen Wahlkampf.“ Dass die SPD ihren Kanzlerkandidaten noch auswechseln könnte, hielt der Politikwissenschaftler allerdings für „völlig ausgeschlossen“.

dpa

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