Politologe: Westen finanziert Terror und Krieg indirekt mit

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Der Ex-Bundeskanzler und heutige Aufsichtsratschef bei der Gazprom-Tochter Nord Stream, Gerhard Schröder, spricht beim Russland-Tag der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner/Archiv

Essen (dpa) - Mit seiner Abhängigkeit von Öl- und Gaslieferungen autoritär geführter Staaten beteiligt sich der Westen nach Einschätzung des Politologen Claus Leggewie indirekt an der Finanzierung von Terror und Krieg.

"Die Tatsache, dass wir unser Gas bei Gazprom kaufen und unser Öl vom Golf beziehen, verschafft diesen Ländern die Ressourcen, um als aggressive Macht aufzutreten und Terror zu sponsern", sagte der Leiter des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

"Aus den russischen Einnahmen wird die militärische Aggression in der Ukraine finanziert, aus Quellen der Erdöllieferanten erfolgte die Finanzierung des IS." Nicht zuletzt aus diesem Grund sei er ein Verfechter der Energiewende, betonte Leggewie: "Eine Energiewende hin zu alternativen Energien wird die Abhängigkeit von derartigen Regimen weiter verringern und mittelfristig beenden."

Leggewie wertete das russische Vorgehen in der Ostukraine als "kriegerischen Anschlag auf die europäische Integrität und Identität". Wer Verständnis für die Politik von Präsident Wladimir Putin zeige, habe die Tradition der imperialen West-Expansion Russlands nicht verstanden und nehme die realen Befürchtungen in Polen, den baltischen Staaten und Ungarn nicht ernst. "Putin geht es darum, die russische Autokratie zu stabilisieren, in einer "Sowjetunion light", mit dem Segen der Kirche und der Unterstützung einer weitgehend desinformierten Bevölkerung", sagte Leggewie.

Claus Leggewie

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