Berlin reagiert zurückhaltend

Polizei in Wien verstärkt nach Terrorwarnung Bereitschaft

+
Die Polizei in Wien hat ihre Einsatzbereitschaft erhöht.

Wien - Kurz vor Silvester sollen Attentäter „Richtung Europa unterwegs“ sein. Wien setzt nach Warnungen eines nicht genannten Geheimdienstes bewaffnete Polizeipatrouillen ein. Berlin reagiert zurückhaltend.

Nach einer Geheimdienstwarnung vor möglichen Terroranschlägen in europäischen Metropolen hat die Polizei in Wien am Wochenende die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Im Stadtgebiet seien mit Sturmgewehren bewaffnete Beamte verstärkt im Einsatz, sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer am Sonntag der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Da es aber „keine konkrete Drohung“ gebe, bestehe für eine Absage geplanter Veranstaltungen bislang kein Grund.

In Deutschland gelten laut Bundesinnenministerium grundsätzlich strengere Sicherheitsvorkehrungen für Großveranstaltungen zu Silvester. Zu einer etwaigen Reaktion auf aktuelle Geheimdiensterkenntnisse wollte sich eine Sprecherin nicht äußern. „Es gehen alle naselang Hinweise ein“, sagte sie auf dpa-Anfrage. Dessen ungeachtet gelte nach wie vor: „Wir nehmen jeden Hinweis ernst, wir gehen jedem Hinweis nach.“

Nach Angaben des Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, haben die Sicherheitsbehörden in Deutschland - ähnlich wie in Österreich - entsprechende Schritte eingeleitet. Dazu gehörten Zivilstreifen und vermehrte Streifen schwer bewaffneter Polizisten in der Öffentlichkeit, sagte er der „Bild“-Zeitung (Montag). Auch mobile Überwachungskameras würden verstärkt eingesetzt.

Dem österreichischen Polizeisprecher zufolge wurden von dem ausländischen Geheimdienst mehrere Namen potenzieller Attentäter genannt. „Diese sollen Richtung Europa unterwegs sein“, sagte Maierhofer. „Wir wissen aber weder, ob sie wirklich unterwegs sind, noch ob sie wirklich existieren.“ Überprüfungen hätten bisher keine konkreten weiterführenden Ergebnisse gebracht.

Die Polizei in Wien arbeite intensiv mit Kräften in den Bundesländern zusammen, sagte der Sprecher. Dort seien Einheiten in Bereitschaft versetzt worden, damit sie notfalls in die Hauptstadt beordert werden könnten. Details sollen bei einer Sicherheitsbesprechung aller betroffenen Institutionen festgelegt werden, die für den Wochenbeginn geplant sei.

Die Landespolizeidirektion Wien hatte am Samstag mitgeteilt, ein „befreundeter Dienst“ habe Warnungen an mehrere europäische Hauptstädte geschickt. Demnach bestehe die Gefahr, dass es „an Orten, wo Menschenansammlungen stattfinden, in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr zu einem Attentat mit Sprengstoff bzw. zu einem Schussattentat kommen könnte“. Der Hinweis deute „auf eine höhere als die allgemein bekannte abstrakte Gefahrenlage“ hin, Polizeibehörden in ganz Europa hätten daher „erhöhte polizeiliche Maßnahmen getroffen“.

Zu den polizeilichen Maßnahmen in Österreich gehörten intensivere Personenkontrollen und erhöhte Aufmerksamkeit für „Behältnisse, in denen Sprengstoff transportiert werden könnte, wie leere Koffer, Taschen oder Rahmen von Fahrrädern“.

Mitteilung der Polizei

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.