Aktiv vor allem im Netz, draußen sieht man sie kaum

Polizei und Verfassungsschutz beobachten Bürgerwehren

Sympathisanten Bürgerwehr auf Streife - hier in Düsseldorf. Foto: dpa

Hannover. Nach Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln gibt es auch im Norden Aufrufe zur Gründung von Bürgerwehren, die selber für Recht und Ordnung sorgen wollen.

Zulauf gibt es bislang nur in sozialen Netzwerken, auf der Straße ist noch kaum einer der selbst ernannten Ordnungshüter gesichtet worden. Ein Überblick:

Hameln

Tatsächlich auf der Straße formierte sich vergangenen Freitag eine sogenannte Bürgerwehr in Hameln. Die Polizei, die ein bewaffnetes Auftreten polizeibekannter Initiatoren und Störaktionen linker Gegner befürchtete, überprüfte 24 Beteiligte beider Lager. Zwei Platzverweise wurden ausgesprochen. „Es gibt keinen Raum für selbst ernannte Ordnungshüter jedweder Art, die meinen, durch Streifengänge für Sicherheit sorgen zu müssen“, sagte der Leiter der Polizeiinspektion, Ralf Leopold. Selbstjustiz werde mit allen Mitteln unterbunden und strafrechtlich verfolgt.

Hildesheim

Für Wirbel und Protest sorgte der Aufruf einer Gruppe „Hildesheim passt auf“ auf Facebook. Zwar fand die Aktion prompt mehr als 1000 Freunde - aber nur im Netz. Auf der Straße war sie noch nicht zu sehen. Ähnliches wird aus dem Raum Goslar gemeldet, aus Lüneburg und Oldenburg.

Braunschweig

Nach einem Aufruf im Netz zum Treffen einer selbst ernannten Sicherheitstruppe hielt die Polizei Ausschau - ohne Erfolg. Der Staatsschutz versuchte, die Drahtzieher der Aktion ausfindig zu machen.

Osnabrück

In Osnabrück verteilte eine Gruppe am Bahnhof nach eigenem Bekunden Pfefferspray an deutsche Frauen, wie die Polizei mitteilte. Besorgte Bürger auf Streife aber wurden nicht gesichtet.

Schwanewede

Für Wirbel gesorgt hatte bereits im September 2015 eine Bürgerwehr in Schwanewede nahe einer großen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Seit November sei die Gruppe aber nicht mehr mit Aktionen in Erscheinung getreten, hieß es von der Polizei.

Bremen

Niedersachsens Verfassungsschutz hat nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse, dass von den Bürgerwehren extremistische Aktivitäten ausgehen. Der Staatsschutz der Polizei in Bremen bestätigt diese Einschätzung. Demnach gibt es seit Ende 2015 eine Facebook-Gruppe „Bürgerwehr Bremen“, hinter der laut Staatsschutz aber Rechtspopulisten und keine Rechtsextremisten stecken. Es sei eine geschlossene Gruppe mit rund 850 Mitgliedern. Ein extremistisches Auftreten sei derzeit nicht erkennbar. (dpa)

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