Zu eng und schlechte Sicht: Hessische Polizisten klagen über neue Dienstautos

Wiesbaden. Die hessische Polizei wird keine Streifenwagen vom Typ Opel Insignia mehr bestellen. Sie reagiert damit auf Klagen von Beamten, die sich über zu enge Sitze sowie schlechte Rundumsicht beklagt hatten. Mit Pistole, Schlagstock und Handy seien die Fahrzeuge nur eingeschränkt zu verwenden.  

Bei dem Auto seien die Sitze nicht an die Bedürfnisse von Beamten angepasst, die mit Pistole, Schlagstock, Handy, Pfefferspray und Handschellen bepackt sind, hatte ein Hörfunksender am Sonntag unter Berufung auf eine von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) initiierte Online-Umfrage berichtet.

„Das Problem ist seit einiger Zeit bekannt“, sagte Landespolizeichef Udo Münch in Wiesbaden. Bereits im vergangenen Jahr habe man sich deshalb für eine Neuausschreibung entschieden.

Hessen hat mit Opel einen Rahmenvertrag über die Lieferung von 800 Insignia-Fahrzeugen im Wert von 25 Millionen Euro abgeschlossen. 200 wurden geliefert. Das Land könne jedoch ohne Probleme aus diesem Rahmenvertrag aussteigen, betonte Münch. Die Polizei müsse bei Streifenwagen immer Kompromisse machen, da die Fahrzeuge für den zivilen Gebrauch gedacht seien.

Der Insignia sei aber vor dem Einsatz im Streifendienst getestet worden, sagte der Landespolizeichef. Dabei hätten nur zwei von 15 Testern die tiefliegenden und eher sportlich ausgerichteten Sitze moniert. Allerdings war die Rundumsicht von den meisten Testern negativ beurteilt worden. Der Trend gehe beim Polizeiauto inzwischen zum Compact-Van.

Grüne: Schildbürgerstreich erster Güte

Als „Schildbürgerstreich besonderer Prägung“ kritisierten die Grünen den Einsatz des Fahrzeugs. Einen Streifenwagen anzuschaffen, in dessen Sitz ein Polizeibeamter mit Multifunktionsgürtel zu wenig Platz habe, sei schon eine besondere „Glanzleistung“, sagte der Abgeordnete Jürgen Frömmrich. (dpa/rpp)

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