Porträt der Landeswahlleiterin

Angst vor Stromausfall oder Schneechaos

+
Ulrike Sachs

Hannover. Die wichtigste Frage hat Ulrike Sachs für sich noch nicht beantwortet: Wie wird sie bei der Landtagswahl wählen? "Entweder gebe ich meine Stimme per Brief oder am Wahltag frühmorgens im Wahllokal ab", sagt Sachs.

Dass sie wählt, steht außer Frage - schließlich ist sie die Landeswahlleiterin und somit zuständig für die Durchführung und Organisation der Abstimmung über das neue niedersächsische Landesparlament am 20. Januar 2013.

Im Januar 2012 hat die 54-Jährige den Posten ihres Vorgängers Volker Homuth übernommen. Die Landtagswahl wird für sie somit ihre Premiere sein. "Bislang habe ich Wahlen nur von zu Hause aus beobachtet." An jenem Sonntag wird Sachs jedoch im Landtagsgebäude in Hannover sitzen - und diejenige sein, die das vorläufige amtliche Endergebnis verkünden wird. "Ein bisschen Aufregung ist natürlich dabei", gesteht sie. Immerhin stößt die Wahl bundesweit auf großes Interesse: Es ist - neben Bayern - die letzte vor der Bundestagswahl im Herbst 2013.

Die studierte Juristin und Diplom-Pädagogin kam 1989 aus Osnabrück ins Innenministerium nach Hannover. Mit ihrer Heimatstadt fühlt sich Sachs auch nach 24 Jahren immer noch verbunden - in jedem ihrer Dienstzimmer hängen große Osnabrück-Plakate. In der Landeshauptstadt war Sachs unter anderem mit der Auflösung der Bezirksregierungen beschäftigt, leitete mehrere Jahre die Geschäftsstelle des IT-Beauftragten der Landesregierung.

Heute ist sie Leiterin des Referats "Wahlen, Enteignungsrecht, Hoheitsangelegenheiten, Justiziariat" des niedersächsischen Innenministeriums. Den Posten der Landeswahlleiterin übt sie zusätzlich aus. Sie sieht ihn nicht als Belastung - eher als Pflicht. "In einem demokratischen Staat für eine ordnungsgemäße Durchführung einer Wahl zu sorgen, ist eine schöne Aufgabe", erklärt sie. Wenn in anderen Ländern Leute auf die Straße gehen müssten, um für freie Wahlen kämpfen, "sollte man alles dafür tun, um es zu erhalten."

Damit bei der Landtagswahlalles glatt läuft, ist Sachs seit Monaten mit der Vorbereitung beschäftigt. Sie hofft auf eine schnelle, klare Prognose und eine gute Wahlbeteiligung - im Idealfall höher als bei der vergangenen Wahl 2008. Damals gaben 57,1 Prozent aller Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Sachs ist aber auch verschiedene Szenarien durchgegangen, was alles schief laufen könnte: von Schneekatastrophen bis zu Stromausfällen. "Da ist aber meine Fantasie vielleicht größer, als dass es am Ende passieren wird", sagt sie. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.