Daten von 2011 offengelegt

Jetzt doch: Romney legt Steuererklärung offen

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Mitt Romney

Woodbridge/USA - Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat doch noch seine Steuererklärung offengelegt. Nach langem Zögern veröffentlichte er am Freitag die Unterlagen für das Jahr 2011.

Die aus den Jahren zuvor hält er allerdings unter Verschluss. Romney verdiente demnach im vergangenen Jahr 13,7 Millionen Dollar und zahlte darauf 1,9 Millionen Dollar Steuern, was einer Rate von 14,1 Prozent entspricht.

Romney widerstand jedoch dem Druck, Unterlagen aus früheren Jahren zu veröffentlichen. Zum Vergleich: 2011 verdiente Präsident Barack Obama 790.000 Dollar und zahlte darauf fast 21 Prozent Steuern. In den USA werden Löhne und Gehälter höher besteuert als Renditen aus Investitionen, die das Gros der Einnahmen von Romney ausmachen.

Der Steuersatz den Romney entrichtete, liegt unter dem von Millionen Durchschnittsverdienern. Allerdings zahlte er trotzdem mehr Steuern, als er bei Ausnutzung aller Steuervergünstigungen hätte müssen. So machte er nicht etwa vier Millionen Dollar geltend, die er für mildtätige Zwecke spendete.

Kritik von Experten

Analysten kritisieren, dass aus den Unterlagen nicht ersichtlich ist, was Romney mit Investitionen im Ausland verdient, die er vor allem als Chef der Investmentfirma Bain Capital bis 2001 tätigte. „Es ging nie wirklich um seinen Steuerbescheid von 2011, das ist tatsächlich eher eine Ablenkung von den wichtigen Fragen“, sagte Rechtsprofessor Edward Kleinbard von der University of Southern California, ein ehemaliges Mitglied des Steuerausschusses des US-Kongresses. „Alle wichtigen Fragen der Steuerpflicht von Romney liegen weiter zurück“.

Anfang der Woche war ein Videomitschnitt eines privaten Spendendinners in Florida veröffentlicht worden, indem Romney sagt, die Anhänger seines Kontrahenten Barack Obama hielten sich für Opfer, die Anspruch auf staatliche Hilfen hätten und keine Steuern zahlten. Das Video löste einen Proteststurm aus, weil er die Unterstützer von Obama in die Nähe von Sozialschmarotzern rückte. Die Demokraten haben Romney Weigerung seine Steuerbescheide offenzulegen seit langem kritisiert.

Flugzeug mit Ann Romney musste notlanden

Am Freitag musste das Flugzeug seiner Frau Ann Romney wegen Rauchentwicklung in der Kabine in Colorado notlanden. Das teilte eine Sprecherin von Romneys Wahlkampfteam, Andrea Saul, mit. Niemand sei verletzt worden und der Präsidentschaftskandidat und seine Frau hätten sofort nach der Landung miteinander telefoniert. Romney war am Freitag auf einer Spendenveranstaltung und einem Wahlkampftermin in Nevada. Am Wochenende führt er seinen Wahlkampf in Kalifornien fort.

dapd

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