Bundeskartellamt ermittelt

Preisabsprachen bei Bierbrauern? Bundeskartellamt ermittelt

Bier jahrelang künstlich überteuert? Deutsche Bierbranche steht vor größtem Kartellverfahren ihrer Geschichte. Foto: dpa

Bonn. Das Bundeskartellamt ermittelt gegen mehrere große Brauereien wegen möglicher illegaler Preisabsprachen. Unter anderem bestätigten die großen Brauereien Warsteiner und Krombacher die Untersuchungen der Bonner Wettbewerbsbehörde.

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus sollen rund ein Dutzend Brauereien mit einem Marktanteil von insgesamt 50 Prozent ins Visier der Kartellwächter geraten sein.

Betroffen seien 24 Premiummarken. Dabei sprach das Magazin vom größten Kartellverfahren in der Geschichte der deutschen Bierbranche. Ein Stellungnahme der Behörde war noch nicht zu erhalten.

Nach Recherchen der HNA sind Brauereien aus der Region nicht von den Ermittlungen betroffen. Außerdem ist noch unklar, in welche Richtung die Preisabsprachen gegangen sind. Ob es darum ging, kleine und mittlere Unternehmen mit Niedrigpreisen vom Markt zu verdrängen, oder mit höheren Preisen Profite zu erzielen. Beim Einbecker Brauhaus, deren Tochtergesellschaft die Kasseler Martini Brauerei ist, war bislang niemand zu erreichen.

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Die Warsteiner Brauerei teilte mit, dass das Kartellamt die Brauerei bereits im ersten Halbjahr 2012 davon unterrichtet habe, dass gegen sie ermittelt werde. Gegenstand seien mögliche Preisabsprachen mit Wettbewerbern. Ergebnisse lägen bislang aber nicht vor.

Auch Krombacher bestätigte, dass das Unternehmen im Kontakt mit dem Kartellamt steht, wollte aber zu laufenden Ermittlungen keine Angaben machen.

Neben den beiden genannten Unternehmen sollen laut Focus auch die internationalen Brauerei-Gruppen Carlsberg (Holsten), AB-Inbev (Becks) sowie die Familienunternehmen Erdinger, Bitburger und die Getränkesparte des Oetker-Konzerns mit den Marken Radeberger und Jever zu den beschuldigten Brauereien gehören.

Sollte den Unternehmen Preisabsprachen nachgewiesen werden, drohen ihnen Strafen in dreistelliger Millionenhöhe. (dpa/cls)

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