Projekt: Eltern von Schulschwänzern verlieren Sorgerecht

Hannover. Um die gestiegene Zahl von Schulschwänzern einzudämmen, hat das Amtsgericht Hannover ein bundesweit einmaliges Projekt gestartet. Dabei verlieren die Eltern einen Teil des Sorgerechts.

Wenn Kinder mehr als 20 unentschuldigte Fehltage haben und massive Probleme in der Familie vorliegen, können die Jugendrichter den Eltern jetzt das Sorgerecht in schulischen Angelegenheiten entziehen. Hat der Schulverweigerer zudem schwere psychische Probleme, ist auch ein Entzug des Sorgerechts in Gesundheitsdingen möglich.

Für diese Maßnahmen der Jugendrichter gebe es eine gesetzliche Grundlage, die aber bisher kein anderes Gericht angewendet habe, teilte das Amtsgericht am Donnerstag mit. Die Jugendrichter in Hannover haben pro Monat mit durchschnittlich etwa 200 Bußgeldverfahren wegen Schulverweigerung zu tun. (dpa)

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