Protestaktion gegen rechtsextreme Studentin im Hörsaal

Hannover. Eine Gruppe von Vermummten hat eine Studentin der Universität Hannover im Hörsaal als Funktionärin der rechtsextremen Partei NPD geoutet. Die Protestaktion ereignete sich bereits am vergangenen Donnerstag.

Mehrere Aktivisten drangen während einer politikwissenschaftlichen Vorlesung in den Raum ein, trugen Plakate und zeigten mit Papp-Pfeilen auf die junge Frau. Ein Mitglied der Gruppe erklärte, dass die Studentin Verbindungen zu der inzwischen verbotenen rechtsradikalen Gruppe „Besseres Hannover“ habe. Über den Vorfall hatte zuerst die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Die Philosophische Fakultät gab am Dienstag eine Erklärung zu dem Vorfall ab. Die Fakultätsleitung sei entsetzt über „die denunziatorische Form der Protestaktion“, teilte der Dekan Prof. Harry Noormann mit. Nationalsozialistisches Gedankengut müsse mit allen zu Gebote stehenden demokratischen Mitteln entschieden bekämpft werden. Die Antifaschistische Aktion Hannover verlinkt im Internet zu einem Video von der Protestaktion. Die geoutete Studentin, Mitglied des niedersächsischen NPD-Landesvorstands, erklärte am Dienstag auf ihrer Facebook-Seite, das Video sei „die beste Werbung für die Partei“.

An Hochschulen kommt es immer wieder zu Konflikten wegen Studenten, die bekennende Rechtsextremisten sind. Der Senat der Universität Greifswald beispielsweise gab vorigen Monat einen Toleranzappell ab, nachdem Berichte von Auseinandersetzungen unter Uni-Angehörigen am Rande einer NPD-Veranstaltung bekanntgeworden waren. Die Uni Bielefeld startete in diesem Wintersemester eine Kampagne mit dem Motto „Uni ohne Vorurteile“, verteilt werden auch Buttons mit der Aufschrift „Uni ohne Nazis“. (dpa)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa-tmn

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