Proteste gegen Kürzungen bei der Lehrerausbildung

Wiesbaden. Das hessische Kultusministerium will Stellen in der Lehrerausbildung streichen - dagegen gehen Betroffene in Wiesbaden auf die Straße. Sie fordern die Rücknahme aller Kürzungen: Schließlich gehe es um die Qualität in der Schulbildung.

Rund 200 Referendare und Ausbildungslehrer haben vor dem hessischen Kultusministerium in Wiesbaden gegen Stellenstreichungen in der Lehrerbildung demonstriert. Zu der Kundgebung am Dienstag hatten Referendare, Studienseminare und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aufgerufen. Kritisiert wurde die Sparpolitik der hessischen Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP), die mit der Verkürzung des Referendariats von 24 auf 21 Monate eine Umstrukturierung der Ausbildungsstellen vorsieht.

„Wir fordern die Rücknahme aller Kürzungen“, sagte Stephan Mierendorff, Ausbilder am Studienseminar Oberursel. Ausbildung brauche Zeit und Ressourcen. Die Pläne des Ministeriums sehen laut GEW vor, dass hessenweit 150 Ausbilderstellen gestrichen werden sollen. Zudem müssten Mentoren im Schnitt mehr Referendare betreuen, wodurch weniger Zeit für jeden Einzelnen zur Verfügung stünde. Auch hätten Lehranwärter mehr Unterrichtsstunden zu geben - das führe zu höheren Belastungen.

Das Kultusministerium wies die Vorwürfe zurück: Qualitätseinbußen gebe es in der Lehrerausbildung nicht. Es gebe so viele Referendare und hauptamtliche Ausbilder wie in den vergangenen Jahren. Nur die Verträge freier Ausbildungsbeauftragter würden geändert. Sollten an einzelnen Studienseminaren Probleme auftreten, würden diese individuell gelöst. Das Ministerium wolle mit der Verkürzung des Referendariats die Nachwuchslehrer schneller zur Unterrichtspraxis führen. Künftig wolle das Land Hessen bei jedem Einstellungstermin 1190 neue Referendarsstellen besetzen.

Kritik kam auch von der Opposition. „Was Frau Henzler gerade im Bereich der Lehrerbildung anrichtet, geht an die Substanz von gutem Unterricht“, sagte der Grünen-Abgeordnete Mathias Wagner. Seine SPD-Kollegin Heike Habermann pflichtete ihm bei: „Gute Schule kann man nur mit Lehrkräften machen, die gut vorbereitet und motiviert in den Schuldienst starten. Das muss uns auch die notwendigen Mittel wert sein.“ (dpa)

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