Turbulenter Auftakt

Prozess gegen Ägyptens Ex-Präsidenten vertagt

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Der Prozess gegen Ägyptens Ex-Präsident Mursi beginnt heute.

Kairo - Nach dem turbulenten Verhandlungsauftakt gegen den ehemaligen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi ist der Prozess auf das nächste Jahr verschoben worden.

Der Prozess gegen den gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi ist am Montag kurz nach der Eröffnung auf den 8. Januar vertagt worden. Das berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP aus Kairo.

Der erste frei gewählte Präsident Ägyptens erkennt das Gericht nicht an und will sich auch nicht von Anwälten vertreten lassen. "Ich bin der Präsident der Republik", sagte Mursi am Eröffnungstag des Prozesses vor Gericht. "Dieses Gericht ist illegal." Mursi wirft dem Militär einen "Staatsstreich" vor, weil es ihn am 3. Juli entmachtete und seitdem an einem geheimen Ort gefangen hielt. Mursi ist wegen Anstiftung zur Tötung von Demonstranten angeklagt.

Die erste Sitzung im Prozess gegen den früheren ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi war am Montag kurz nach dem Beginn unterbrochen worden. Das staatliche Fernsehen berichtete, einige der Angeklagten hätten die Verhandlung mit Sprechchören gestört. Nach Ansicht des Richters war Mursi zudem nicht richtig gekleidet. Er ordnete nach Angaben von Prozessbeobachtern an, der Angeklagte müsse sich umziehen und im Gerichtssaal die weiße Gefängniskluft für Untersuchungshäftlinge tragen. Der Richter hatte schon vor Beginn der Verhandlung klargestellt, dass er Störungen nicht hinnehmen werde.

Neben dem 62-Jährigen seien vor Gericht 14 weitere Führungsmitglieder der islamistischen Muslimbruderschaft anwesend gewesen, berichteten die ägyptischen Medien. Die Staatsanwaltschaft wirft Mursi und anderen Funktionären vor, sie hätten zur Tötung von Demonstranten angestiftet. Anhänger der Muslimbruderschaft haben zu Massenprotesten aufgerufen. Mursi war am 3. Juli vom Militär entmachtet worden. Seitdem wird er an einem unbekannten Ort festgehalten.

Einem Sohn des früheren Präsidenten blieb die versuchte Ausreise aus Ägypten verwehrt. Osama Mursi habe in der Nacht zum Montag von Kairo aus nach Malaysia fliegen wollen, berichtete ein Informant am Flughafen. An der Passkontrolle sei ihm jedoch die Ausreise verweigert worden. Beobachter vermuten, dass dadurch verhindert werden soll, dass Osama Mursi vom Ausland aus eine Kampagne zur Unterstützung seines Vaters organisiert. Der Sohn von Mursi, der im Juli vom Militär abgesetzt worden war, steht politisch hinter seinem Vater und den Zielen der Muslimbruderschaft.

dpa/AFP

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