Auftakt am 29. Februar

Beihilfe zum Mord: Prozess gegen früheren SS-Mann

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Der Mann soll laut Anklage vom 15. August bis zum 14. September 1944 in der SS-Sanitätsdienststaffel Auschwitz-Birkenau tätig gewesen sein. Foto: Uli Deck/Symbolbild

Neubrandenburg - Ein 95-jähriger ehemaliger SS-Mann im NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau muss sich wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vor Gericht verantworten.

Der Prozessbeginn ist für den 29. Februar vor dem Landgericht Neubrandenburg geplant, weitere Termine folgen im März. Wie ein Gerichtssprecher am Montag sagte, ist der Verlauf abhängig vom Gesundheitszustand des Angeklagten.

Der Mann soll laut Anklage vom 15. August bis zum 14. September 1944 in der SS-Sanitätsdienststaffel Auschwitz-Birkenau tätig gewesen sein. In dieser Zeit wurden dort mindestens 3681 Menschen vergast.

Der Verteidiger bestreitet eine Schuld seines Mandanten. Gegen den Mann wird seit März 2015 von der Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt.

Das Landgericht hatte zunächst eine Eröffnung des Prozesses Mitte 2015 aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt. Das Oberlandesgericht hatte den Mann aufgrund eines neuen psychiatrischen Gutachtens aber als "eingeschränkt verhandlungsfähig" eingestuft.

Der Mann war schon 1948 von einem polnischen Gericht wegen seiner SS-Zugehörigkeit zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt worden, die er auch verbüßte. Dann kehrte er in den damaligen Bezirk Neubrandenburg zurück. Dort arbeitete er in der Landwirtschaft.

dpa

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