UN-Tribunal: Mladic-Prozess hat begonnen

Den Haag - Vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ist der mit Spannung erwartete Prozess gegen den serbischen General Ratko Mladic eröffnet worden.

Die Staatsanwälte legten dem 70-Jährigen am Mittwoch zum Auftakt des Verfahrens Völkermord im bosnischen Bürgerkrieg in den 90er Jahren zur Last. Mladic selbst hatte bei den Anhörungen vor Prozessbeginn jede Schuld von sich gewiesen und behauptet, er habe für die gerechte nationale Sache seines Volkes gekämpft.

Konzentration auf besonders schwere Kriegsverbrechen

Um das Riesenverfahren zu beschleunigen, hat sich die Anklage auf besonders schwere Kriegsverbrechen konzentriert. Darunter sind die jahrelange Belagerung von Sarajevo mit mehr als 11 500 Toten und die Ermordung von bis zu 8 000 muslimischen Jungen und Männern im ostbosnischen Srebrenica. Unter “Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ fallen danach “Verfolgungen auf politischer rassischer und religiöser Basis, Ausrottungen, Morde und Verschleppungen“.

Der vor fast genau einem Jahr nach über zehn Jahren Flucht in Serbien verhaftete Mladic galt als eine der drei zentralen Figuren auf serbischer Seite in den Kriegen in Bosnien und im benachbarten Kroatien. Sein politischer Vorgesetzter, Radovan Karadzic, muss sich bereits seit vier Jahren vor dem UN-Tribunal verantworten. Ohne Urteil endete 2006 der Prozess gegen den serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic. Er starb 2006 in der Tribunalszelle an einem Herzinfarkt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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