Prozess um Maschseemord startet mit großem Medienandrang

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Hannover. Der Fund einer zerstückelten Frauenleiche im Maschsee machte bundesweit Schlagzeilen. Jetzt steht der mutmaßliche Mörder der 44-Jährigen vor Gericht. Er ist erst 25 Jahre alt.

Als die Polizei im November nach einer zerstückelten Frauenleiche im Maschsee suchte, waren das Szenen wie aus einem „Tatort“. Wochenlang hielt die grausame Tat die Ermittler in der niedersächsischen Landeshauptstadt in Atem. Ende November hatten die Beamten dann den mutmaßlichen Mörder der 44-Jährigen ermittelt. Der mehrfach vorbestrafte 25-Jährige muss sich von diesem Donnerstag an vor dem Landgericht Hannover verantworten. Ihm wird vorgeworfen, die Frau in seiner Wohnung erstochen und Teile der Leiche im Maschsee versenkt zu haben. Die beiden hatten sich zuvor im Rotlichtviertel kennengelernt.

Das überregionale Medieninteresse an dem Prozess sei groß, sagte Gerichtssprecher Martin Grote am Dienstag. Nach der abscheulichen Tat kamen abstruse Details über den Mordverdächtigen ans Licht. Den Fahndern zufolge sympathisiert er mit Rechtsextremen und neigt zu Gewaltfantasien. Nach Medienberichten stellte er in der Vergangenheit gewaltverherrlichende Rap-Songs, Gedichte und Videos ins Internet. Darin beschreibt er auch, wie er eine Frau misshandelt und tötet.

Bei den polizeilichen Vernehmungen hatte der Beschuldigte den Mord abgestritten. Der Staatsanwaltschaft zufolge soll er allerdings später gegenüber einem Mithäftling mit der Tat geprahlt haben. Nach Überzeugung der Anklagebehörde tötete der 25-Jährige aus Mordlust, niedrigen Beweggründen und zur Befriedigung des Geschlechtstriebs. Das Opfer stammte aus dem nordrhein-westfälischen Ibbenbüren und war erst kurz vor der Tat nach Hannover gezogen.

Die Ermittler hatten auch geprüft, ob der in Osteuropa geborene Mann ebenfalls für den Tod einer Prostituierten Anfang 2010 verantwortlich sein könnte. Die Leiche dieser Frau war in einem Fluss ganz in der Nähe des Maschsees gefunden worden.

Für den Prozess sind zunächst zehn Verhandlungstage angesetzt. Insgesamt sind 31 Zeugen und vier Sachverständige geladen. Bereits am Donnerstag sollen Gerichtsmediziner gehört werden. (lni)

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