Terror-Verdächtiger distanziert sich von radikalem Islamismus

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Der Angeklagte Harun P. im Münchener Oberlandesgericht: Der 27 Jahre alte Deutsche soll als Mitglied der Gruppe "Junud Al-Sham" am Terror in Syrien beteiligt gewesen zu sein. Foto: Sebastian Widmann

München (dpa) - Beamte mit schusssicheren Westen und ein Bombenspürhund: Für den Prozess gegen einen mutmaßlichen islamistischen Terroristen gelten in München verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Zum Auftakt hat der Angeklagte einiges zu sagen.

Zum Auftakt eines Terrorprozesses in München hat sich der Angeklagte von Islamismus und "Heiligem Krieg" distanziert. "Unserem Mandanten ist es ein wichtiges Anliegen, seine Distanzierung zu erklären", erklärte der Anwalt des 27-Jährigen vor dem Oberlandesgericht. "Er selbst hat nicht die von der Bundesanwaltschaft behauptete Zielsetzung."

Die Bundesanwaltschaft wirft dem gebürtigen Münchner Harun P. vor, als Mitglied der Gruppe "Junud Al-Sham" am Terror in Syrien beteiligt gewesen zu sein und die freiheitlich-demokratische Grundordnung abzulehnen. Harun P. muss sich wegen gemeinschaftlichen Mordes, versuchter Anstiftung zum Mord und Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in Syrien verantworten.

Er soll im Februar 2014 zusammen mit etwa 1600 Dschihadisten das Gefängnis in Aleppo angegriffen und rund 300 Gefangene befreit haben. Dabei wurden laut Bundesanwaltschaft mindestens zwei syrische Soldaten und fünf Häftlinge getötet. Laut Bundesanwaltschaft soll er außerdem versucht haben, Verantwortliche der "Junud Al-Sham" dazu zu bewegen, ein 16-jähriges Mädchen zu töten, das aus Syrien nach Deutschland zurückkehren wollte.

Harun P. sagte in der Verhandlung umfassend aus über seine Radikalisierung und seine Ausreise ins syrische Terrorcamp. "Ich dachte, es ist so in Syrien, dass alle für eine gemeinsame Sache versuchen, dort zu kämpfen", sagte er und prangerte die Verbrechen des Assad-Regimes an. Zudem räumte er ein, vor seiner Ausreise den Münchner Islamgegner Michael Stürzenberger bedroht zu haben: "Ich habe ihn bedroht, dass ich ihm den Kopf abschneiden werde."

Der Prozess begann unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Die Justizbeamten an der Sicherheitsschleuse trugen schusssichere Westen, vor Prozessbeginn wurde der Gerichtssaal mit einem Bombenspürhund durchsucht.

Einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Manfred Dauster, der vor Prozessbeginn für Wirbel gesorgt hatte, gab es nicht. Dauster hatte auf seiner privaten Facebook-Seite Fotos von sich in einem T-Shirt mit dem Schriftzug "Fatih Sultan Mehmet - The Conqueror" (Der Eroberer) gepostet. Es ist der Name des muslimischen Feldherrn, der 1453 das christliche Konstantinopel erobert hatte.

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