Verbotene Weichmacher weit verbreitet

TÜV prüfte Fan-Kindershirts: Viel Chemie in Billigtrikots

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Mängel entdeckt: Der TÜV hat Fan-Shirts geprüft.

Köln. Der Sieger der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 heißt Bosnien-Herzegowina – zumindest, wenn es nach der Qualität der Textilien der Fan-Trikots geht. Denn der TÜV Rheinland hat stichprobenartig 90 Fan-Trikots für Kinder aller WM-Teilnehmer gekauft, online und vor Ort in den Teilnehmerländern.

Anschließend wurden die nach den geltenden, europäischen Grenzwerten für Textilien getestet.

Das Ergebnis ist erschreckend: Jedes dritte Shirt war mit Schadstoffen belastet, vor allem der Grenzwert für Weichmacher (Phthalate) wurde überschritten. Die werden deshalb verwendet, um die Aufdrucke auf den Textilien geschmeidig zu machen. Bestimmte Weichmacher stehen aber unter Verdacht, Männer unfruchtbar zu machen, deshalb sind sie in Textilien verboten. In Farben ebenfalls verboten ist das Schwermetall Cadmium, dessen Verbindungen sowohl als gesundheitsschädlich als auch als sehr giftig eingestuft werden und Hautreaktionen auslösen können – in fünf der getesteten T-Shirts wurde es trotzdem verarbeitet.

Veränderte Passform

Nicht gesundheitsschädlich, aber trotzdem ärgerlich: die teilweise schlechte Verarbeitung der Kinder-Trikots. Bei gut 30 Prozent der getesteten Ware veränderte sich die Passform nach dem Waschen. Die offiziellen Fifa- und DFB-Produkte oder T-Shirts der Trikothersteller wurden nicht getestet. Stattdessen wurde die (wesentlich günstigere) anonyme Massenware zu Preisen zwischen 15 und 20 Euro untersucht, die zum Beispiel auf Märkten vor Ort oder in Souvenirshops gekauft wurden.

Beim Kauf der günstigen Shirts gibt es einige Hinweise, auf die man achten sollte:

• Vor dem Kauf unbedingt an dem Produkt riechen. Beißende und stechend chemische Gerüche können darauf hinweisen, dass die Kleidung mit schädlichen Lösungsmitteln oder Weichmachern belastet ist.

• Ist auf dem Etikett etwas von „blutet aus“ oder „separat waschen“ zu lesen, bedeutet das, dass der Stoff seine Farbe verlieren kann. Zudem ist es möglich, dass bei den ersten Wäschen noch Chemikalien aus der Produktion ausgeschwemmt werden. Deshalb sollen die Shirts vor dem ersten Tragen in die Waschmaschine kommen. Fehlt ein Etikett, sollten die Trikots nicht gekauft werden.

Von Constanze Wüstefeld

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