Pussy-Riot: Keine vorzeitige Haftentlassung

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Pussy-Riot-Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa kommt nicht vorzeitig frei

Subowa Poljana - Die inhaftierte Pussy-Riot-Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa kommt nicht vorzeitig frei. Ein russisches Gericht lehnte am Freitag ihren Antrag auf Haftentlassung ab.

Tolokonnikowa war im vergangenen Sommer wegen einer spektakulären Protestaktion gegen Präsident Wladimir Putin zusammen mit zwei anderen Mitgliedern der russischen Punkband zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Tolokonnikowa hat inzwischen die Hälfte ihrer Haftstrafe verbüßt.

Die Anwälte der Frau hatten das Gericht aufgefordert, ihre Mandantin vorzeitig aus der Haft zu entlassen, damit sie sich um ihre fünfjährige Tochter kümmern könne. Zudem seien Gefängnisbeamte offenbar nicht in der Lage, für angemessene Haftbedingungen zu sorgen, um Tolokonnikowas ständige Kopfschmerzern zu behandeln, sagte Anwalt Dmitri Dinse.

Dutzende Journalisten waren am Freitag zu der Anhörung in Subowa Poljana in der Provinz Mordowien gereist, wo sich Straflager aus der Zeit der Sowjetunion befinden. Bei der Anhörung sagte Tolokonnikowa, die Strafkolonie sei gegen ihren Antrag auf vorzeitige Entlassung, da sie „keine Reue gezeigt“ habe. Das Zeigen von Reue ist nach russischem Gesetz zwar keine Voraussetzung für eine vorzeitige Haftentlassung. Das Gericht soll aber bei seiner Entscheidung Berichte über das Verhalten des Verurteilten in der Haft berücksichtigen.

Die Strafkolonie verwies gegenüber dem Gericht auf eine Strafe, die sich Tolokonnikowa eingefangen habe, weil sie einen Gefängnisbeamten während eines Krankenhausaufenthalts nicht gegrüßt habe. Zudem sei sie einmal gerügt worden, weil sie sich geweigert habe, zu einem Spaziergang nach draußen zu gehen, als sie in einem Moskauer Gefängnis inhaftiert war. Eine der drei Pussy-Riot-Frauen, Jekaterina Samuzewitsch, wurde inzwischen auf Bewährung freigelassen. Die Frauen hatten in der wichtigsten Moskauer Kathedrale ein sogenanntes Punk-Gebet aufgeführt und die Gottesmutter gebeten, Putin zu verjagen. Sie wurden wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ verurteilt.

AP

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