Putins Staatsgegnerinnen

Pussy-Riot-Mitglied am Verlassen Russlands gehindert

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Maria Aljochina von Pussy Riot darf nicht ausreisen

Ein Mitglied der russischen Punkband Pussy Riot ist am Mittwoch am Verlassen Russlands gehindert worden.

Update vom 8. August 2018:

Auf dem Weg zu einem Festival in Schottland sei sie an der Passkontrolle des Moskauer Flughafens aufgehalten worden, schrieb die politische Aktivistin Maria Alechina bei Facebook. Ein Offizier des Inlandsgeheimdiensts FSB habe ihr gesagt, dass sie auf einer Flugverbotsliste stehe, sagte sie der Website "Mediazone", die über politische Häftlinge berichtet.

Laut russischen Nachrichtenagenturen wurde das Ausreiseverbot verhängt, weil Alechina einer Verurteilung zu 140 Sozialstunden nicht nachgekommen sei. Deswegen war sie erst im Juli zu einer Strafzahlung von 400.000 Rubeln (etwa 5350 Euro) verurteilt worden. Die Sozialstunden sollte sie wegen zwei Protestaktionen in der Nähe des FSB-Sitzes im Dezember 2017 und im April 2018 ableisten.

An den Protesten bei der Fußball-WM in diesem Jahr war Alechina nicht beteiligt. Aktivisten der Gruppe waren beim Finale auf das Spielfeld gerannt, um so gegen die Unterdrückung politisch Andersdenkender unter Präsident Wladimir Putin zu protestieren. Die Teilnehmer wurden zu jeweils zweiwöchigen Haftstrafen verurteilt.

Update 1. August 2018: 

Nach ihrer neuerlichen Festnahme sind vier Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot in der Nacht zu Mittwoch von der Polizei überraschend wieder freigelassen worden. Das gab der Musiker Pjotr Wersilow im Online-Dienst Twitter bekannt. "Frei nach 16 Tagen unter Arrest", schrieb er dort. Er und die drei Künstlerinnen Veronika Nikulschina, Olga Kuratschewa und Olga Pachtusowa waren beim Finale der Fußball-WM auf das Spielfeld gerannt, um so gegen die Unterdrückung politisch Andersdenkender in Russland zu protestieren.

Die News vom 31. Juli 2018:

Moskau - Polizisten hätten die Aktivisten abgeführt, als sie die Gefängnisse in der russischen Hauptstadt verließen, teilte Pussy Riot am Montagabend auf Facebook mit.

Der Grund war zunächst nicht eindeutig klar. Nach eigenen Angaben werden ihnen unangemeldete öffentliche Auftritte vorgeworfen. Ihnen würden weitere Arreststrafen von zehn Tagen oder hohe Geldbußen drohen. Die Aktivisten seien zunächst in Polizeistationen gebracht worden, wo sie die Nacht verbringen müssen, hieß es.

Pussy Riot: WM-Flitzer kommen aus Haft frei und werden wieder festgenommen.

Ein Gericht hatte die vier nach der Fußball-Weltmeisterschaft Mitte Juli zu 15 Tagen Arrest verurteilt, nachdem sie beim Finalspiel in Moskau in Polizeiuniformen auf das Feld gelaufen waren. Pussy Riot hatte die Aktion für sich reklamiert und sie mit Forderungen nach mehr politischem Wettbewerb in Russland verbunden.

afp

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