Politische Aktivistinnen

Pussy Riot im Porträt

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NADESCHDA TOLOKONNIKOWA: Das bekannteste und telegene Bandmitglied stammt aus dem sibirischen Norilsk. An der renommierten staatlichen Universität in Moskau studierte Tolokonnikowa Philosophie. Sie ist mit Pjotr Wersilow verheiratet, einem führenden Mitglied der kritischen Künstlergruppe Woina (Krieg), der auch die Frauenpunkband Pussy Riot nahesteht. Gemeinsam hat das Paar eine Tochter.
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In dem Prozess im Sommer 2012 trat die brünette Aktivistin mit den dunklen Augen am deutlichsten in Erscheinung und griff auch von der Anklagebank aus die Regierung scharf an.
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Tolokonnikowa hatte zuvor schon an zahlreichen Protestaktionen von Woina und Pussy Riot teilgenommen. So war sie 2008 hochschwanger bei einer Gruppensex-Aktion von Woina in einem Moskauer Museum zugegen, die sich gegen den damaligen Präsidentschaftskandidaten Dmitri Medwedew richtete. 2011 malten die Aktivisten ein riesiges Phallus-Symbol an eine Brücke in St. Petersburg, die direkt gegenüber des Gebäudes des Geheimdienstes FSB liegt.
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Die Aktionen der Punkband, die auch schon in U-Bahn-Stationen und auf dem Roten Platz in Moskau auftrat, versteht Tolokonnikowa als "Oppositionskunst im Kontext der Unterdrückung von Menschenrechten und Freiheit".
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Für ihr Punkgebet, das sie im Februar 2012 in einer Kirche in Moskau gegen den heutigen Präsidenten Wladimir Putin aufgeführt hatten, kamen sie und ihre Bandkolleginnen Alechina und Jekaterina Samuzewitsch dann vor Gericht. Im Prozess betonte Tolokonnikowa immer wieder, dass sich der Protest nur gegen Putin gerichtet habe und nicht gegen die Gefühle Gläubiger. Die Aktion der Musikerinnen, die für ihre neonfarbenen Kleider und bunten Sturmhauben bekannt sind, war von Kritikern als geschmacklos empfunden worden.
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Nach ihrer Verurteilung zu zwei Jahren Lagerhaft wegen Rowdytums wurde Tolokonnikowa in ein Lager in der Zentralregion Mordowien gebracht, trat dort später aber aus Protest gegen die "sklavenähnlichen" Haftbedingungen mehrmals in einen Hungerstreik. Nach eigenen Angaben erhielt sie dort auch Morddrohungen. Schließlich wurde sie vor wenigen Wochen in ein Lager in Sibirien verlegt - aus dem sie am 23.12.2013 freikam.
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MARIA ALECHINA (Schreibweise teils ALYKOKHINA): Alechina studierte an der Hochschule für Journalismus und Literatur in Moskau und war früher vor allem als Umweltaktivistin aktiv. So nahm sie an Aktionen für den Baikalsee in Sibirien teil und protestierte gegen den Bau einer Autobahn in einem Wald vor Moskau. Vor ihrer Verhaftung arbeitete die zierliche 25-Jährige außerdem ehrenamtlich in einer Kinderpsychiatrie in Moskau. Alechina hat einen Sohn, den sie allein großzieht.
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Die künstlerisch und rhetorisch begabte Alechina schrieb auch Gedichte und verfasste aus dem Straflager in Perm im Ural Zeichnungen vom Gefängnisalltag. Auch sie beschwerte sich über die "Sklavenmentalität" in Russlands Haftanstalten und trat ebenfalls in einen Hungerstreik.
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Sämtliche Anträge der beiden Frauen auf vorzeitige Freilassung scheiterten. Später wurde Alechina in ein Lager nach Nischni Nowgorod verlegt, aus dem sie am 23.12.2013 freikam.

Moskau - Pussy Riot besteht aus Nadeschda Tolokonnikowa, Maria Alechina und Jekaterina Samuzewitsch. Wir stellen das Trio vor.

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