Puten-Skandal: Peta erhebt neue Vorwürfe gegen Agrarministerin

Seit fast zwei Monaten begleiten Niedersachsens Agrarministerin Grotelüschen Vorwürfe wegen möglicher Tierquälerei von Mastputen auf Schritt und Tritt. Jetzt legen die Tierschützer von Peta mit neuen Videos nach und erheben erneut schwere Vorwürfe gegen die Ministerin.

Hannover. Die Tierrechtsorganisation Peta erhebt erneut schwere Vorwürfe gegen Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen (CDU). Bereits am Dienstag haben die Tierschützer nach eigenen Angaben weitere Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg wegen des Vorwurfs der Tierquälerei eingereicht.

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Hintergrund seien neue Filmaufnahmen von toten, verletzten und kranken Tieren, die Peta-Mitglieder Anfang September in zwei Mastställen im Landkreis Cloppenburg aufgenommen hätten, sagte ein Peta-Sprecher am Mittwoch in Hannover. Bei den Puten handele es sich um eine „Qualzucht-Rasse“, die von der Familie Grotelüschen gezüchtet werde. Am Donnerstag will die Organisation Journalisten die neuen Filmaufnahmen und andere Beweise in Hannover präsentieren.

Astrid Grotelüschens Ehemann Garlich war zunächst nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen. „Uns sind weder die angeblich neuen Bilder noch Informationen über die betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe im Landkreis Cloppenburg bekannt“, sagte eine Sprecherin der Mastputenbrüterei der Nachrichtenagentur dpa in Hannover. Sobald die Brüterei erfahre, um welche Betriebe es sich handle, werde sie die Behörden davon in Kenntnis setzen.

Die gefilmten Ställe im Landkreis Cloppenburg sollen zu einem Betrieb aus der Putenerzeugergemeinschaft Ahlhorn gehören. Die Brüterei der Familie Grotelüschen ist wiederum mit 7,5 Prozent an besagter Putenerzeugergemeinschaft Ahlhorn beteiligt. Dies teilte eine Sprecherin der Brüterei mit. Eine direkte Beteiligung der Putenbrüterei an landwirtschaftlichen Betrieben im Landkreis Cloppenburg gebe es dagegen keine. Laut Peta bezieht die Putenerzeugergemeinschaft Ahlhorn zudem ihre Masttiere ausschließlich von der Brüterei der Familie Grotelüschen.

Astrid Grotelüschen steht seit längerem wegen der familieneigenen Mastkükenbrüterei in Ahlhorn im Oldenburger Land bei Tierschützern und der Opposition in der Kritik - sie werfen der Ministerin Lobbyarbeit für die Masttierhaltung vor. Auslöser war ein Anfang August ausgestrahlter Fernsehbericht von „Report Mainz“ über mögliche Tierschutz-Verstöße bei zwei Putenmästern in Mecklenburg-Vorpommern, zu denen der Betrieb von Grotelüschens Ehemann geschäftliche Beziehungen hat.

Peta hat auch wegen dieser Vorwürfe Strafanzeige gegen die Beteiligten gestellt. Genau wie bei den Betrieben im Kreis Cloppenburg liefert die Brüterei in Ahlhorn im Oldenburger Land auch Küken an die ostdeutschen Betriebe. Grotelüschens Mann ist zudem über eine Erzeugergemeinschaft, an der er 30 Prozent hält, mit den Putenmästern in Mecklenburg-Vorpommern verbunden. (dpa)

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