Putin-Gegner in Russland von Polizei verhaftet

Moskau - Bei Protesten gegen den russischen Regierungschef Wladimir Putin haben Sondereinsatzkräfte in Moskau und St. Petersburg mehr als 100 Regierungsgegner vorübergehend festgenommen.

Allein in St. Petersburg führte die Polizei etwa 75 Oppositionelle ab, wie die Agentur Interfax am Donnerstag unter Berufung auf Behördenangaben meldete. Im Stadtzentrum von Moskau sprachen Putin-Kritiker bei der Demonstration am Vorabend von 35 Festnahmen, wie die oppositionelle Internetseite kasparov.ru berichtete.

Die Regierungsgegner demonstrierten - wie immer am 31. eines Monats - für das Recht auf Versammlungsfreiheit, das in Artikel 31 der russischen Verfassung verankert ist. Sie skandierten “Russland ohne Putin!“ und “Wahlen ohne Opposition sind ein Verbrechen“. Auch in der russischen Exklave Kaliningrad an der Ostsee um das frühere Königsberg sowie in anderen Städten gab es nach Medienberichten Festnahmen.

In Moskau und St. Petersburg waren demnach Einheiten der auf Antiterroreinsätze spezialisierten Sonderpolizei OMON im Einsatz. Die OMON-Miliz habe in St. Petersburg innerhalb weniger Minuten eine nicht genehmigte Kundgebung im Stadtzentrum aufgelöst, berichtete der Radiosender Echo Moskwy.

Augenzeugen zufolge gingen die Einsatzkräfte rund drei Monate vor der Parlamentswahl am 4. Dezember erneut gewaltsam gegen die Protestierer vor. In Moskau seien Demonstranten über den Boden gezerrt sowie Journalisten an der Arbeit gehindert worden, berichtete ein Korrespondent von kasparov.ru. Ungeachtet der Proteste gilt Ex-Kremlchef Putin bei einem Großteil der Bevölkerung weiter als populärster Politiker des Landes.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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