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Putins Plan sickert durch: „False Flag“-Offensive als geheime Attacke?

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Von: Tobias Utz

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Drohen Machtverlust und Kriegsniederlage? Russlands Präsident Putin plant wohl ein Manöver, das ihm neuen Rückhalt in der Bevölkerung sichern soll.

Moskau – Wladimir Putins Invasionspläne in der Ukraine scheiterten bereits mehrfach. Nach fehlgeschlagenen Offensiven auf die Hauptstadt Kiew sowie Regionen im Süden und Osten des Landes konzentrieren sich die Kreml-Truppen nun erneut auf den Donbass im Osten. Ende Februar hatte der russische Präsident verkündet, der Ukraine innerhalb von 15 Tagen den entscheiden Schlag zu versetzen. Ziel war es wohl, die Bevölkerung hinter sich zu bringen, für einen völkerrechtswidrigen Krieg. Dies wurde allerdings bereits jahrelang Propaganda in Staatsmedien vorbereitet.

Mittlerweile ringt Putin um die Unterstützung im eigenen Land. Offenbar schwindet unter anderem sein Rückhalt in den Eliten. Das treibt den russischen Präsidenten nun offenbar dazu, eine „False Flag“-Aktion vorzubereiten. In der Region Belgorod, unweit der Grenze zur Ukraine, soll Putin derzeit die Voraussetzungen für einen Angriff unter falscher Flagge schaffen.

Plant Putin einen „False Flag“-Angriff in Russland?

Wie das US-Thinktank „Institute for the Study of War“ in einer Analyse berichtet, soll die ukrainische Armee für die Attacke auf Russland verantwortlich gemacht werden. Grundlage der Einschätzung sind mehrere Aspekte: Zum Einen verbreiten demnach zahlreiche Propagandistinnen und Propagandisten die Meldung, dass ein solcher Angriff bevorstehe. Laut den Fachleuten des „ISW“ soll auf diese Weise „die Öffentlichkeit in Angst und Schrecken“ versetzt werden. Zum Anderen dient diese Angst der Unterstützung eines Narrativs, das „Putins Koch“ verbreitet. Er ließ in der Region bereits vor geraumer Zeit damit beginnen, Verteidigungsanlagen zu errichten. Er bezeichnete diese als „Wagner-Linie“. Zum Hintergrund: „Putins Koch“, mit bürgerlichem Namen Jewgeni Prigoschin, gab kürzlich zu, die Söldertruppe Wagner begründet zu haben. Die Gruppierung kämpft für Putin in mehreren Regionen, auch außerhalb der Ukraine. Der „Koch“ stützt durch den Bau der Anlagen die Propaganda des Präsidenten.

Russlands Präsident Wladimir Putin.
Russlands Präsident Wladimir Putin. © Vyacheslav Prokofyev/afp

Der Gouverneur der Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, erwies Prigoschin kürzlich zudem wahre Treue. Er teilte auf Twitter Fotoaufnahmen von den Verteidigungsanlagen. „Ich möchte die Situation nicht dramatisieren. In jedem Fall ziehen wir immer mehrere Optionen für den Verlauf der Ereignisse in Betracht: optimistische, pessimistische und gemässigte. Wir bereiten uns also auf verschiedene Szenarien vor. Ich hoffe, dass wir keine pessimistischen Optionen brauchen werden, aber wir ziehen sie aktiv in Betracht“, kommentierte er diese.

Der Analyse des ISW zufolge würde ein Angriff der ukrainischen Armee jedoch keinen Sinn machen. Die Truppen seien nicht in der Lage die Region einzunehmen, dafür fehle es an Ressourcen. Dies bestätigte kürzlich Mykhailo Podolyak, Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, auf Twitter. Er warnte vor derartigen „False Flag“-Ankündigungen.

Hinweis der Redaktion

Die Angaben stammen teilweise von Kriegsparteien im Ukraine-Konflikt. Sie lassen sich teilweise nicht unmittelbar auf unabhängige Weise verifizieren.

Zuletzt berichtete der ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR, dass Russland eine weitere „False Flag“-Aktion plane. Demnach sollen russischen Spezialeinheiten einen solchen Angriff demnächst in Belarus inszenieren. Ziel sei es, das Partnerland zum Kriegseintritt im Ukraine-Konflikt zu bewegen. Auch dazu äußerten sich die Fachleute des „Institute for the Study of War“. Demnach ist es „sehr unwahrscheinlich“, dass der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko, sich aktiv am Ukraine-Krieg beteilige. Dies stelle ein „schweres innenpolitisches Risiko“ dar. Aktiv deshalb, da Lukaschenko bereits auf strategischer Ebene mit Putin zusammenarbeitet. Zuletzt wurden „gemeinsame Gruppierungen“ angekündigt. (tu mit dpa/AFP)

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