Mitglieder entscheiden im März, wer ins Rennen geht

Oberbürgermeisterwahl: SPD hat die Qual der Wahl

Frankfurt. In Frankfurt hat der OB-Wahlkampf bereits begonnen, obwohl die Bürger erst 2013 aufgerufen sind, über die Nachfolge der heute 67-jährigen Petra Roth (CDU) zu bestimmen.

Ausgerechnet die SPD, derzeit lediglich drittstärkste Kraft im schwarz-grün regierten Römer, macht bereits von sich reden. Denn gleich zwei Lokalmatadore sind wild entschlossen, für ihre Partei ins Rennen zu gehen: Michael Paris, früherer Landtagsabgeordneter, heute ehrenamtlicher Stadtrat und seit Jahrezehnten in der Kinderarbeit aktiv, und Peter Feldmann, Politologe und Vize-Fraktionschef im Römer. Beide müssen zunächst die eigenen 3800 Genossen überzeugen, die im März 2012 in einem Mitgliederentscheid den Kandidaten bestimmen sollen.

Bislang wird der 21-Prozent-SPD in der Mainmetropole nicht allzu viel Erfolg vorhergesagt. Deshalb hatte die Landespartei auch verstärkt Ausschau nach einer überregionalen Größe gehalten, deren Name zieht. Jedoch fanden offenkundig weder die pouläre Ex-Bischöfin Margot Käßmann noch die aus Kassel stammende Ex-Justizministerin Brigitte Zypries oder andere Gefallen an der Idee.

Der dem rechten Lager zugerechnete Paris und der linke Feldmann meinen es dafür umso ernster. Paris, ein begnadeter Selbstdarsteller, arbeitet im Wahlkampf lieber mit lebensgroßen Pappfiguren seiner Person als mit Plakaten. Bei der letzten Kommunalwahl wurde er von Platz 31 auf Platz 2 kumuliert und landete noch vor Fraktionsvize Feldmann. Er ist bei den Bürgern beliebter als in der SPD, die gern den mangelnden inhaltlichen Unterbau bemäkelt.

Ehrgeizig

Er sei für alle da und bewege sich auf dem Opernball genauso gern wie bei den Geflügelzüchtern, sagt Paris oft. Feldmann hingegen, dem überaus großer Ehrgeiz nachgesagt wird, hat schon viele Papiere geschrieben für ein soziales, kinderfreundliches, aber auch ein international noch besser aufgestelltes Frankfurt. Sehr bekannt geworden ist er damit nicht.

Unentschlossen

Den Vorteil, dass über sie diskutiert wird, haben die beiden schon einmal. Bei der CDU gibt es gleich drei potenzielle Kandidaten, wobei alles davon abhängt, ob der Kreisvorsitzende und Innenminister Boris Rhein antreten will. Lokale Beobachter mahnen nun, Letzteres könne der Wähler als Unentschlossenheit werten. Auch bei den Grünen traut sich noch niemand aus der Deckung.

Dass Feldmann und Paris noch SPD-Konkurrenz bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 30. November bekommen, glaubt niemand. Erwähnt wurde die Landtagsabgeordnete Andrea Ypsilanti (54). Von unserer Zeitung befragt, lachte sie: „Dagegen kann man ja nichts tun.“ Aber kandidieren will sie nicht.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

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