Er schloss sich Salafisten an

Radikalisierter Student aus Hessen vermutlich in Syrien getötet

Frankfurt. Im Rhein-Main-Gebiet soll sich ein 23-Jähriger radikalen Salafisten angeschlossen haben. Er reiste als Freiwilliger nach Syrien und starb dort vermutlich bei Kämpfen. Schon der zweite Fall innerhalb weniger Monate.

Ein Student aus Offenbach soll bei Kämpfen in Syrien getötet worden sein. Der 23-Jährige, der sich in Salafistenkreisen radikalisiert hatte, sei vermutlich Ende Februar ums Leben gekommen, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Es ist der zweite Fall innerhalb weniger Monate. Im Dezember hatte es Berichte über den Tod eines 16 Jahre alten Schülers aus Frankfurt gegeben. Eine offizielle Bestätigung für den Tod des Jugendlichen gab es damals nicht.

Ende Januar hatten die aus Afghanistan stammenden Eltern des 23-Jährigen nach einem Bericht von hr-Info ihren Sohn als vermisst gemeldet. Er habe nach dem Abitur ein Studium begonnen, das er aber vernachlässigt haben soll. Vermutet wird, dass sich der 23-Jährige - wie andere junge Männer im Rhein-Main-Gebiet - Salafisten angeschlossen hatte.

Gegen den 23-Jährigen sei nicht ermittelt worden, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Information von seinem vermutlichen Tod hätten die Behörden aus den Akten eines anderen Verfahrens.

Rund 30 Hessen sind nach Erkenntnissen der Behörden in den vergangenen Jahren nach Syrien gereist, um an Kämpfen teilzunehmen. Sie hätten sich in Salafistenkreisen im Rhein-Main-Gebiet radikalisiert. Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes werben Salafisten unter anderem an Schulen, verteilen kostenlos Korane in deutscher Sprache und kommen so mit Jugendlichen ins Gespräch. (dpa)

Rubriklistenbild: © Symbolbild dpa

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