Feuerwehrleute bekommen den Brand aber nicht in den Griff

Nach Raketentest bei Meppen: Flammen glimmen seit zwei Wochen im Moor

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Qualm steigt beim Moorbrand auf: Eine Luftaufnahme verdeutlicht das Ausmaß.

Die Lage auf einem Bundeswehrgelände bei Meppen spitzt sich zu: Seit zwei Wochen brennt dort ein Moor.

Die Feuerwehrleute bekommen den Brand aber nicht in den Griff. Er hält sich weiter hartnäckig und schwelt unter der Erde, wo nur wenig Luft hinkommt. Statt Flammen zu bilden, kokelt der Torf vor sich hin.

Im mehr als 100 Kilometer entfernten Bremen gingen nach Angaben eines Feuerwehr-Sprechers gestern mehrere hundert Notrufe wegen Brandgeruchs ein. Auch zu Sichtbehinderungen sei es im Stadtgebiet gekommen. Ein Sprecher der Bremer Feuerwehr kritisierte, dass es kaum möglich sei, an Informationen von der Bundeswehr zu gelangen. Betroffen waren auch die Bewohner der Kreise Oldenburg, Verden, Cloppenburg, Vechta und Diepholz. Die Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen forderte die Anwohner der Landkreise auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Der Brand auf dem Übungsplatz war vor zwei Wochen entstanden, als von einem Bundeswehr-Hubschrauber Raketen abgefeuert wurden und den Boden entzündeten. Nach Auskunft eines Bundeswehr-Sprechers versuchen mehr als 300 Einsatzkräfte der Bundeswehr, des Technischen Hilfswerks (THW) und von Feuerwehren aus dem Umland, den Brand zu löschen. Im Einsatz sind auch zwölf THW-Kräfte aus dem Landkreis Göttingen.

Dass der Brand sich in einem solchen Maße ausbreiten konnte, hat zwei Gründe: Zum einen konnten die Brandbekämpfer der Bundeswehr das Feuer unmittelbar nach dem Raketentest nicht löschen. Die dafür vorgesehene Löschraupe fiel aus, das Ersatzfahrzeug war gerade in der Werkstatt, wie die Bundeswehr mitteilte. So konnte sich der Schwelbrand ausbreiten, bis ein Löschhubschrauber einsatzbereit war. Hinzu kommt, dass der Boden im Moor aus Torf besteht – ein äußerst gutes Brennmaterial.

Nach Angaben des Bundeswehrsprechers ist es nicht der erste mehrwöchige Brand auf dem Testgelände: 2010 habe ein Feuer bereits rund sechs Wochen gebrannt, ehe es gelöscht werden konnte. Auch diesmal rechnen die Brandbekämpfer mit wochenlangen Löscharbeiten.

Wie der NDR berichtet, sind seit der Nacht zu Mittwoch Messgeräte im Einsatz, die die Luftwerte im Moor und den angrenzenden Ortschaften dokumentieren. Mediziner haben die Ergebnisse ausgewertet und die Belastung für die Bevölkerung eingeschätzt – kritischen Werte wurden nicht festgestellt. Vor einem angrenzenden Waldstück wurden Wasserwerfer postiert und Schläuche verlegt. 20 000 Liter Löschwasser werden pro Minute ins Moor gepumpt.

Als Konsequenz fordert die Grünen-Bundestagsabgeordnete Filiz Polat Aufklärung über die Schießübungen auf dem Bundeswehrgelände. „Gerade vor dem Hintergrund der monatelangen Trockenheit und Hitze halte ich die Schießübungen der Bundeswehr bei Meppen für äußerst fahrlässig“, sagte Polat der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. (mit dpa)

Hier befindet sich das Gelände im Emsland

Hintergrund:  Im Meißner schwelt Feuer seit Jahrhunderten

Eine ähnliche Situation wie in Meppen, gibt es auch in unserer Region. Im Meißner brennt seit Jahrhunderten Kohle. Das schwelende Feuer nennt sich Flözbrand. Das Feuer entsteht, wenn die Kohle mit Sauerstoff in verbindung kommt. Immer wieder werden die Feuer angefacht, zuletzt 2001. Damals brannte die Kohle so stark, dass Feuerwehr und THW anrücken mussten. Mal brennt es mehr, mal weniger. 

Dass die Feuer immer wieder angefacht werden, liegt auch an der Beschaffenheit des Meißners. Durch die verbindung mit Schwefel reicht schon wenig Sauerstoff und die Kohle gerät in Brand. Daher auch der name Stinkesteinwand, wo der Rauch immer wieder zwischen den Steinen hervortritt. Wer sich dort aufhält, dem steigt eine strenge Mischung aus Kohle und Schwefel in die Nase. 

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