Ramsauer arbeitet an Maut-Konzept - Merkel skeptisch

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Die Pläne von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer stoßen bei Angela Merkel auf Skepsis.

Berlin - Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will in Zusammenarbeit mit der CSU bis zum Herbst ein Konzept für eine Pkw-Maut in Deutschland erarbeiten.

“Er entwickelt eine Position für das von ihm geführte Ministerium“, sagte Ramsauers Sprecher am Freitag in Berlin. “Dieses Konzept wird im Herbst stehen“. Ramsauer hatte betont, eine Pkw-Maut schnellstmöglich einführen zu wollen - doch die FDP ist dagegen, auch Teile der CDU sehen das kritisch. Mit seinem gemeinsam mit der CSU in Bayern erarbeiteten Konzept will Ramsauer das Thema auch auf Bundesebene weiter erörtern.

“Wir haben momentan einen erheblichen Sanierungs- und Modernisierungsbedarf“, sagte Ramsauers Sprecher. Für die Infrastruktur stünden fünf Milliarden Euro zur Verfügung, was nicht ausreiche, um alle gewünschten Projekte in der vorgesehenen Zeit umzusetzen. In der Vergangenheit sei hier zu wenig passiert. “Letztlich geht es unter dem Strich darum, mehr Geld dafür zu generieren.“ Daher gebe es keine Denkverbote bei diesem Thema. Die Maut sei dabei aber nur ein Gedanke. Besonders die CSU dringt auf eine Pkw-Maut.

Ministeriumssprecher Sebastian Rudolph erklärte weiter, es gebe derzeit einen erheblichen Sanierungs- und Modernisierungsbedarf. Die Debatte über die Pkw-Maut sei letztlich eine Debatte darüber, wie man mehr Geld für den Straßenbau bekomme.

In der CSU werde im Herbst ein Konzept entstehen, bestätigte Rudolph. Ramsauer werde dazu “eine Position für das von ihm geführte Ministerium“ entwickeln. Zum Zeitpunkt einer Maut-Einführung sagte Rudolph: “Je eher wir mehr Geld zur Verfügung haben, desto besser.“

Das kosten Verkehrssünden im Ausland

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Regierungssprecher Steffen Seibert sagte auf die Frage, ob noch in der bis 2013 dauernden Legislaturperiode eine Maut eingeführt werden könnte, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) das Thema kritisch sehe. “Sie ist der Überzeugung, dass die Autofahrer heute schon genügend beitragen zum Straßenbau und zum allgemeinen Haushalt“, so Seibert. “Daher ist sie kritisch gegenüber Versuchen, die Autofahrer jetzt noch mehr für eine verbesserte Verkehrsinfrastruktur zahlen zu lassen.“ Gleichwohl sei es für Merkel ein wichtiges Thema, dass die Verkehrsinfrastruktur nicht vernachlässigt werden dürfe.

dpa/dapd

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