Innenminister Schünemann stellte ein Paket zum Eindämmen der Fangewalt vor

Die Randalierer isolieren

Riesenaufwand: Polizisten begleiten Fans auf dem Weg zu einem Stadion, verhindern Auseinandersetzungen. Das kostet viel Geld. Das Land will bei Gewaltattacken härtere Strafen verhängen und die Überwachung in Stadien verbesern. Foto: dpa

Hannover. Gewalttätige Fans isolieren, friedliche Fußball-Anhänger mit Projekten stärken – das ist für Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann die Strategie, um die Gewalt in und um Stadien einzudämmen. Mit einem Bündel von Maßnahmen will Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) gewalttätige Fußballchaoten in die Schranken weisen, dafür soll auch die Technik aufgerüstet werden.

Videoüberwachung

Notwendig sei eine technisch bessere Videoüberwachung in den Stadien, wie sie Bundesligist Hannover 96 einführen will. „Nur dann kann man die völlig ausgeflippten Fans – man kann auch Chaoten sagen – identifizieren“, sagte der Minister am Freitag im Landtag in Hannover.

Stadionverbote

Beim Runden Tisch der Innenminister der Länder zur Fangewalt am Montag in Berlin will Uwe Schünemann unter anderem für längere Stadionverbote für Randalierer eintreten.

Nach Auskunft der Landesregierung in Hannover ist zurzeit gegen 165 Anhänger niedersächsischer Vereine ein bundesweites Stadionverbot erlassen worden und wirksam – darunter sind 26 Wolfsburger, 56 Braunschweiger, 43 Hannoveraner und 40 Osnabrücker Anhänger.

Fanprojekte

Mehr Geld müsse auch in die Prävention investiert werden. „Im Amateurbereich sind Fanprojekte notwendig, auch um von dieser Einsatzbelastung runterzukommen“, sagte Schünemann, denn die Belastung für die Polizei sei enorm.

Die Einsätze bei Spielen von der Oberliga bis zur Europa League hätten in der Saison 2010/2011 insgesamt 22 168 Beamte für fast 150 000 Stunden gebunden. Langfristig sei diese Belastung nicht zu tragen, deshalb müssten die Vereine mehr qualifizierte Ordner einsetzen.

Nach Fanprojekten in Hannover, Braunschweig und Wolfsburg wurde im Juli in Osnabrück das bundesweit 50. Fanprojekt eingerichtet. Die Einrichtungen werden je zu einem Drittel durch den Fußballverband, die zuständige Kommune und das Land finanziert. Niedersachsen gab in diesem Jahr hierfür 121 400 Euro aus. Schünemann forderte verpflichtende Fan-Projekte in den ersten drei Ligen, die von den Vereinen oder vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) finanziert werden sollten. „Es kann im bezahlten Fußball nicht sein, dass die Kommunen und Länder hier mitfinanzieren“, betonte der Minister für Inneres und Sport. Schünemann wies darauf hin, dass sich nur ein Teil der Ultraszene radikalisiert habe. „Es gibt einige wenige, die Spiele dazu nutzen, Gewalt auszuüben.“ (lni)

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