Razzia in Italien: Verdächtige planten wohl Anschlag auf Vatikan

+
Terroristen haben vor fünf Jahren möglicherweise einen Anschlag auf den Vatikan geplant. Foto: Osservatore Romano

Die Polizei in Italien hebt ein mutmaßliches Terrornetz aus. Auf der Liste der Täter stand offenbar auch der Vatikan. Der Heilige Stuhl zeigt sich gelassen.

Rom (dpa) - Mutmaßliche Terroristen mit Verbindungen zu Al-Kaida haben möglicherweise einen Anschlag auf den Vatikan geplant. Es gebe Hinweise, dass die Verdächtigen 2010 einen Bombenanschlag vorgehabt hätten.

DaS teilte die Staatsanwaltschaft in Cagliari mit. Zuvor waren in Italien mindestens neun Terrorverdächtige aus Pakistan und Afghanistan, die Al-Kaida nahestehen sollen, festgenommen worden.

Gegen insgesamt 18 Verdächtige erließen die Ermittler Haftbefehle. Sie sollen hinter mehreren blutigen Anschlägen in Pakistan stecken, darunter hinter einem Angriff auf einen Markt in Peshawar, bei dem 2009 mehr als 100 Menschen starben. Zudem sollen die Verdächtigen Kontakt zu dem - inzwischen bei einem US-Kommandounternehmen in Pakistan getöteten - ehemaligen Al-Kaida-Chef Osama bin Laden gehabt haben. Ihr Stützpunkt sei auf der Insel Sardinien gewesen.

Staatsanwalt Mauro Mura sagte mit Blick auf den möglichen Anschlag auf den Vatikan: "Es gibt einige (abgehörte) Unterhaltungen, die klar darauf hindeuten, dass ein Angriff geplant wurde, vielleicht sogar auf den Vatikan-Staat." Die Polizei habe einen möglichen Selbstmordattentäter aufgehalten, der im März 2010 - als noch Papst Benedikt XVI. im Amt war - am Flughafen Fiumicino gelandet sei.

"Wir sprechen nicht von einem (Terror-) Anschlag", sagte Mura. "Wir sprechen von einem Anzeichen, das auf die Vorbereitung eines möglichen Anschlags hindeutet." Vatikan-Sprecher Federico Lombardi erklärte, nach allem, was man wisse, handele es sich um eine Vermutung von 2010, die nicht weiter verfolgt wurde. "Deshalb ist die Sache heute nicht relevant und kein Anlass zur besonderen Sorge."

Mitteilung der Polizei

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.