Reaktion auf Ukraine-Konflikt: Formel 1 streicht das Rennen im russischen Sotschi

Der Angriff von Russland auf die Ukraine entsetzt Menschen weltweit. Nach der Fußball Champions League zieht auch die Formel 1 deutliche Konsequenzen.
Sotschi – Der Ukraine-Konflikt und die Invasion von Russland führt weltweit zu Entsetzen: Die Politik und auch Annalena Baerbock schießen wegen des Ukraine-Konflikts gegen Russland, währenddessen müssen Flugzeuge den ukrainischen Luftraum meiden. Nun wendet sich auch der Sport immer mehr von Russland ab. Nachdem die Fußball Champions League bereits das Turnierfinale vom russischen Sankt Petersburg nach Paris verlegt hat, nimmt auch die Formel 1 Änderungen vor. Die Motorsport-Rennserie streicht das Russland-Rennen in Sotschi aus seinem Rennkalender, das ursprünglich für den 25. September geplant war.
„Die Formel-1-Weltmeisterschaft besucht Länder auf der ganzen Welt mit einer positiven Vision, Menschen und Nationen zusammenzubringen“, ist in einer Mitteilung auf der Webseite der Formel 1 zu lesen. Weiter heißt es: „Unter den aktuellen Umständen ist es unmöglich, den Großen Preis von Russland abzuhalten.“
Ukraine-Konflikt: Formel 1 streicht Russland-Rennen wegen Invasion aus Kalender
Ganz geschlossen ist die Tür für das Russland-Rennen aufgrund dieser Formulierung zwar noch nicht. Denn die aktuellen Umstände könnten sich schließlich noch ändern. Einer, der voraussichtlich aber auch dann nicht an einem Russland-Rennen teilnehmen würde, selbst wenn es stattfände, ist der deutsche Formel-1-Fahrer Sebastian Vettel.
Sotschi | |
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Einwohner | 343.000 |
Region | Krasnodar |
Lage | Südwesten von Russland am Schwarzen Meer |
„Meine Meinung ist, dass ich dort nicht hin sollte und ich werde es auch nicht. Ich finde es falsch, in diesem Land zu fahren“, hatte der viermalige Weltmeister bereits am Donnerstag (24.02.2022) laut der Nachrichtenagentur dpa gesagt. Noch vor der Formel 1 kündigte er an: „Meine Entscheidung steht schon fest.“
Ukraine-Konflikt wirkt sich auf russischen Fahrer bei Formel-1-Tests aus
Die Formel 1 absolvierte vom Mittwoch (23.02.2022) bis Freitag (25.02.2022) die ersten Testfahrten des Jahres im spanischen Katalonien auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Und auch dort zeigen sich die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts auf den Sport: Denn mit Formel-1-Fahrer Nikita Mazepin gibt es auch einen russischen Piloten im Starterfeld.

Der Teamkollege von Mick Schumacher, Sohn von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher, bringt mit dem russischen Bergbau-Unternehmen Uralkali einen finanzstarken Sponsor in sein Formel-1-Team Haas. Uralkali prägt somit für gewöhnlich auch einen großen Teil der Autolackierung. Am Freitag (25.02.2022) war bei den Formel-1-Wintertests davon allerdings nichts zu sehen.
Ukraine-Konflikt: Formel-1-Team ändert Autolackierung wegen Russland-Invasion
Stattdessen trat Nikita Mazepins Team Haas mit einem nahezu komplett weißen Auto an. Fast noch auffälliger als das Fehlen des Sponsors Uralkali: Normalerweise erinnert die Autolackierung stark an die russische Nationalflagge – doch auch diese Farben sind am Freitag (25.02.2022) von dem Formel-1-Rennwagen verschwunden. Auch beim Europa-Park gab es plötzliche Sponsoren-Änderungen wegen des Ukraine-Konflikts.

Besonders bitter für den russischen Formel-1-Fahrer: Wegen des Verbots der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), die russische Flagge im Sport zu verwenden, war es Mazepin bislang in der Formel 1 gar nicht erst gestattet, unter russischer Flagge anzutreten.
Seit 2014 fährt die Formel 1 im Olympiapark des russischen Sotschi, wo im selben Jahr die Olympischen Winterspiele stattfanden. Ab dem kommenden Jahr ist Sankt Petersburg als neuer Austragungsort des Großen Preises von Russland geplant. (Jan Trieselmann)