Sarkozys Partei bei Wahlen vorne

Rechtsruck in Frankreichs Départements: Schlappe für Hollande

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Schwere Schlappe für seine Partei: Jean-Christophe Cambadelis Generalsekretär der Sozialistischen Partei bei einem Pressestatement nach Bekanntgabe der  ersten Ergebnisse.

Paris - In Frankreichs Départements kehren sich die Verhältnisse um. Die Rechte liegt dort jetzt klar vorn. Die Sozialisten von Präsident Hollande müssen erneut eine bittere Niederlage einstecken.

Der Mann des Abends hieß einmal mehr Nicolas Sarkozy, und Frankreichs Ex-Staatschef genoss den Triumph. "Die Hoffnung erwacht wieder in Frankreichs", frohlockte der konservative Politiker - und sicherlich wuchsen auch seine ganz persönlichen Hoffnungen. Denn mit dem Rechtsruck bei den Départementswahlen nimmt Sarkozy Kurs auf die Präsidentschaftswahlen 2017. Dort will er, wie jetzt am Sonntag, die Sozialisten von Staatschef Français Hollande ebenso auf die Plätze verweisen wie die rechtsextreme Front National seiner gefährlichen Gegnerin Marine Le Pen.

Das Wahlergebnis der zweiten Runde der Départementswahlen ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. In 66 der 101 französischen Départements gewann das konservativ-bürgerliche Lager die Mehrheit, 25 rutschten von links nach rechts, nur ein einziges von rechts nach links. Sarkozy konnte sich auch darüber freuen, dass die Front National (FN) in keinem Département eine Mehrheit erhielt - das ist eine Enttäuschung für die Rechtsextremen, auch wenn sie erhebliche Stimmenzuwächse verbuchen und sich landesweit weiter verankern konnten.

Zu laut jubeln wollten die Konservativen aber nicht. "Das heißt noch nicht, dass wir (im Dezember) die Regionalwahlen gewinnen oder dass wir die Präsidentschaftswahlen gewinnen", sagte ein Abgeordneter von Sarkozys konservativer UMP. Und auch der frühere Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire mahnte: "Ein bisschen Bescheidenheit, ein bisschen Geduld!"

Sarkozy selbst sagte in seiner Siegesrede, der Weg werde "lang und schwer". Doch zugleich strotzte er vor Selbstbewusstsein: "Der Machtwechsel ist im Gange, und nichts wird ihn aufhalten." Den gleichen Satz hatte der 60-Jährige, 2012 von den Wählern aus dem Elysée-Palast gejagt, schon am Sonntag vor einer Woche gesagt. Da hatten die Konservativen die erste Runde der Départementswahlen klar für sich entschieden.

Vier Monate nach seiner Rückkehr an die UMP-Spitze konnte Sarkozy nun mit seiner Partei einen ersten Wahlsieg erzielen. Für ihn ist das nur ein Zwischenschritt. Denn auch wenn er noch keine Präsidentschaftskandidatur verkündet hat: Es ist ein offenes Geheimnis, dass Sarkozy von einer Rückkehr in den Elysée-Palast träumt.

Auf dem Weg dorthin stehen noch viele Hürden. Zahlreiche Affären, in denen die Justiz ermittelt, bedrohen Sarkozys politische Zukunft. Außerdem wird er sich erst als Kandidat des konservativen Lagers durchsetzen müssen, gegen mächtige innerparteiliche Rivalen wie Ex-Premier Alain Juppé. Der Wahlsieg vom Sonntag stärkt Sarkozys Position. Und er zeigt, wie erfolgreich die bei den Départementswahlen gefahrene Strategie ist, sich mit der Zentrumspartei UDI zu verbünden.

Hollandes regierende Sozialisten kam dagegen der fehlende Zusammenhalt im linken Lager teuer zu stehen. Denn in zahlreichen Wahlkreisen machten sich mehrere Kandidaten linker Parteien gegenseitig Konkurrenz - sehr zur Freude rechter oder rechtsextremer Kandidaten.

Das konservativ-bürgerliche Lager machte es geschickter. Und die Zusammenarbeit mit der UDI ist für Sarkozy gerade mit Blick auf die Präsidentschaftswahl höchst bedeutsam. Der Ex-Staatschef, der immer wieder mit populistischen Parolen am rechten Rand nach Stimmen fischte und damit gemäßigte Wähler verschreckte, braucht eine solche Allianz, will er 2017 gewinnen.

Zunächst aber will Sarkozy seine Partei UMP komplett neu aufstellen. Sie soll für den Präsidentschaftswahlkampf zu einer wahren "Kriegsmaschine" aufgebaut werden, auch ein neuer Name soll her. "Die Republikaner" könnte die Partei heißen, schreiben französische Medien - mit der rechtsradikalen Partei gleichen Namens in Deutschland hat das nichts zu tun.

Mit Blick auf 2017 gelang den Konservativen am Sonntag schon ein Erfolg mit großer Symbolkraft. Sie entrissen den Sozialisten das zentralfranzösische Département Corrèze - dort liegt Hollandes Wahlkreis. In zwei Jahren, so hofft Sarkozy, wird er von Hollande dann das ganze Land zurückerobern.

AFP/dpa

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