Rechtsterror: Grüne werfen Maaßen Täuschung vor

+
Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Irene Mihalic wirft dem Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) vor, das Parlament getäuscht zu haben. Foto: Tim Brakemeier/Archiv

Berlin (dpa) - Nach der Zerschlagung der rechtsextremen Terrorzelle "Oldschool Society" (OSS) haben die Grünen Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen eine Täuschung des Bundestages vorgeworfen.

Die Abgeordnete Irene Mihalic kritisierte in der "Welt am Sonntag", nach Berichten habe das Bundesamt für Verfassungsschutz die Gruppierung schon seit August 2014 auf dem Schirm gehabt. Wenn das stimme, habe Maaßen den Innenausschuss des Bundestages "beinhart angelogen". Dort habe er noch im Dezember 2014 erklärt, es gebe derzeit keine Erkenntnisse zu rechtsterroristischen Zellen.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) wies die Anschuldigung am Sonntag als unseriös zurück. Ein Sprecher erklärte, keineswegs habe der Geheimdienst schon Anfang Dezember wissen müssen, dass die "Oldschool Society" eine rechtsterroristische Gruppierung sei. Erst spätere nachrichtendienstliche Operationen hätten "zur Erkenntnisverdichtung" geführt, die schließlich die Razzien gegen die Gruppe ermöglicht hätten.

Die Bundesanwaltschaft wirft der Gruppierung vor, Anschläge auf Islamisten, Moscheen und Asylbewerberheime geplant zu haben. Die Behörde ließ am vergangenen Mittwoch vier Verdächtige festnehmen. Die Gruppe hatte laut "Spiegel" offensichtlich Anschläge mit selbst gebauten Nagelbomben geplant. Das legten Gespräche der Mitglieder nahe, die vom Bundeskriminalamt abgefangen worden seien. Die Rechtsterroristen hätten diskutiert, wie hochexplosive Knallkörper mit Hilfe von Nägeln zu tödlichen Sprengsätzen umgebaut werden könnten.

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.