Hundeführerschein muss gemacht werden

Regierung verschärft Regeln für Hundehalter

Hannover. Seit 2011 müssen Hunde in Niedersachsen einen elektronischen Chip tragen und haftpflichtversichert sein. Mit einer zentralen Datenbank und einem Hunde-Führerschein nimmt die Regierung die Tierbesitzer bald noch stärker in die Pflicht.

Die Landesregierung nimmt Hundehalter an die kurze Leine: Vom 1. Juli an müssen alle Hunde kostenpflichtig in einem zentralen Register gemeldet werden, um ihre Halter im Schadensfall zur Rechenschaft ziehen zu können.

Wer sich einen Hund anschaffen will, muss zudem künftig einen Hunde-Führerschein ablegen. „Das Gesetz bringt gleiche Regeln für alle und stellt sicher, dass jeder mit seinem Hund umgehen kann“, sagte Susanne Reimann, Sprecherin des zuständigen Landwirtschaftsministeriums.

Die neuen Pflichten sind Bestandteile des bundesweit einzigartigen Hundegesetzes, das im Mai 2011 vom Landtag beschlossen wurde. „Damit gehen die Vorgaben für Hundehalter weiter als in allen anderen Bundesländern“, sagte Wolfgang Rüskamp, Präsident des Deutschen Hundesportverbands.

In einem zentralen Register müssen bald vom Dackel bis zum Dobermann alle Tiere, die älter als sechs Monate sind, angemeldet werden. Das Register ermöglicht es, die Tiere künftig ihren Herrchen und Frauchen zuzuordnen. „Zum Beispiel wenn ein Hund beißt und wegläuft und der Halter nicht erkennbar ist“, sagte Reimann. Die Anmeldung soll schriftlich, telefonisch und im Internet möglich sein.

Wer sich einen Hund zulegt, muss ab Juli auch einen Hunde-Führerschein ablegen. In einem schriftlichen Test und einer praktischen Prüfung vor Experten müssen Halter dabei ihr Wissen über das Sozialverhalten der Vierbeiner demonstrieren. Fachleute tüfteln noch an der Ausgestaltung des Hunde-Führerscheins. „Wir packen das Problem am oberen Ende der Leine an“, sagte Jochen Rissmann vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) Niedersachsen.

Der Verband hat das Hundegesetz mitgestaltet und lobt die schärferen Regeln: „Damit haben wir das vernünftigste Hundegesetz der Republik“, sagte Rissmann.

Bei einigen Hundehaltern stoßen die Vorgaben aber auch auf Kritik - vor allem wegen der Kosten. Durchschnittlich rund 20 Euro müssen Halter beispielsweise für die Registrierung in der Datenbank zahlen. „Das sind zusätzliche Gebühren zur Hundesteuer“, beschwert sich Hundehalterin Sabine Grahnheis, die im Internet 5044 Unterschriften gegen die kostenpflichtige Anmeldung sammelte. Ministeriumssprecherin Reimann hält dagegen: „Verglichen mit Tierarzt- und Futterkosten ist das noch gemäßigt.“ (dpa)

Hintergrund

Das niedersächsische Hundegesetz

Nach der Neufassung des „Niedersächsischen Gesetzes über das Halten von Hunden“ (NHundG) müssen Hundehalter bereits seit Juli 2011 eine Haftpflichtversicherung für ihre Tiere abschließen und den Vierbeinern einen Erkennungschip einpflanzen lassen.

Ab Juli 2013 müssen die Tierbesitzer ihre Hunde zudem in ein zentrales Register eintragen. Wer sich künftig einen Hund anschafft, wird auch zu einer theoretischen und praktischen Prüfung vor Fachleuten verpflichtet.

Wer innerhalb der vergangenen zehn Jahre mindestens zwei Jahre lang einen Hund gehalten hat, muss den Hundeführerschein aber nicht machen.

Verstöße gegen das Hundegesetz werden mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro bestraft. (dpa)

Rubriklistenbild: © dpa

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