Kim Jong Il: Nicaragua und Kuba bekunden Trauer

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Daniel Ortega (R) und seine Frau Rosario Murillo kondolierten zum Tod von Kim Jong Il

Managua/Havanna - Die Regierung Nicaraguas hat den Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il zutiefst bedauert und sich für eine Fortsetzung seines politischen Kurses ausgesprochen.

“Wir beten für die Kontinuität des Prozesses, den das nordkoreanische Volk erlebt“, erklärte Regierungssprecherin und Präsidentengattin Rosario Murillo im Namen von Staatschef Daniel Ortega am Montagabend (Ortszeit). Dieser Prozess sei gekennzeichnet durch “den Aufbau von mehr Frieden und mehr Wohlstand für alle Familien“ Nordkoreas, hieß es weiter.

Der einstige Revolutionsführer und Chef der Sandinistischen Front (FSLN) Ortega pflegte bereits während seiner ersten Regierung in den 1980er Jahren enge Kontakte zu Kim Jong Ils Vater Kim Il Sung. Das mittelamerikanische Land unterhält aber auch Beziehungen zu Südkorea.

Kim Jong Il: Der rätselhafte Despot

Über Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il kursierten Namen wie “Verrückter mit der Bombe“, “Zombie“ oder “Dr. Seltsam“. Kim, der am Samstag im Alter von 69 Jahren gestorben ist, wurde im Westen auch schon mal Größenwahn unterstellt, weil er sich mit der Supermacht USA anlegt hatte. © dpa
Er unterhielt ein umstrittenes Atom- und Raketenprogramm, während sein Land wirtschaftlich am Boden lag und ein großer Teil der Bevölkerung unter Hunger litt. © dpa
Mit dem Start von Langstreckenraketen und zwei Atomtests 2006 und 2009 brachte Nordkorea erneut die gesamte internationale Staatengemeinschaft gegen sich auf. Immer wieder stieß das Regime zudem wüste Kriegsdrohungen gegen das Nachbarland Südkorea aus. © dpa
Seit seinem vermuteten Schlaganfall 2008 galt lange Zeit als ungewiss, ob der von Krankheiten gezeichnete Kim überhaupt noch die volle Kontrolle in seinem Herrschaftsbereich ausübe. © dpa
Doch zuletzt hatte er nach Meinung von Beobachtern die Zügel bei den Regierungsgeschäften noch voll im Griff. © dpa
Auch trieb er die Regelung für die Nachfolge in dritter Generation voran. Seinen jüngsten Sohn, Kim Jong Un, hatte Kim im September 2010 zum Vier-Sterne-General ernannt und in die erweiterte Führungsriege der herrschenden Arbeiterpartei gehievt. © dpa
Damit ernannte Kim seinen Sohn praktisch zum Nachfolger. © dpa
Über Kims Privatleben war wenig bekannt. Das meiste, was die Außenwelt über den Diktators weiß, stammt aus der unerschöpflichen Propagandamühle Pjöngjangs, die ihn als Halbgott und “Genie in Literatur, Kunst und Kriegskunst“ verehrte. © dpa
Für viele Menschen bleibt Kim deshalb eine rätselhafte Erscheinung. Verlässliche Informationen über Kim, der einst als Lebemann galt und dem Alkohol und gutem Essen zugetan war, gibt es kaum. © AP
Unter der Führung seines Vaters Kim ll Sung, dessen Statue hier zu sehen ist, war die “Demokratische Volksrepublik Korea“ 1948 gegründet worden. © AP
Das mehrfach von Hungersnöten erschütterte Nordkorea unterhält mit mehr als 1,2 Millionen Soldaten eine der größten Streitkräfte Asiens. © dpa
Der abgeschottete Staat hat knapp 25 Millionen Einwohner und ist mit gut 120 000 Quadratkilometern etwa so groß wie die frühere DDR. © AP
Die Bevölkerung hat sich versammelt, um über den Tod von Kim Jong ll zu trauern. Das Bild zeigt ihn gemeinsam mit seinem Vater. © AP
Die Menschen weinen auf der Straße. © AP

In Kuba ordnete die sozialistische Führung wegen des Todes von Kim Jong Il eine dreitägige Staatstrauer an. An öffentlichen und militärischen Gebäuden würden Flaggen in dieser Zeit auf halbmast gesetzt, hieß es am Montagabend (Ortszeit) in einer Erklärung, die im Staatsfernsehen verlesen wurde.

Südkorea äußert Mitgefühl mit Nordkoreanern

Südkoreas Regierung hat den Nordkoreanern ihr Mitgefühl ausgesprochen. Die Regierung werde zwar keine offizielle Trauerdelegation nach Pjöngjang entsenden, sagte Vereinigungsminister Yu Woo Ik am Dienstag in Seoul. Man werde jedoch unter anderen Angehörigen des früheren südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung erlauben, nach Nordkorea zu reisen.

Kim Jong Il hatte 2009 nach dem Tod Kim Dae Jungs eine Beileidsdelegation nach Seoul geschickt. Die nordkoreanischen Staatsmedien hatten am Montag mit zweitägiger Verspätung berichtet, dass Kim Jong Il am Samstag im Alter von 69 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben sei.

dpa

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