Mit Posch hat ein überzeugter Nordhesse das Landeskabinett verlassen

Seit gestern einfacher Abgeordneter: Dieter Posch (67). Foto: dpa

Wiesbaden. Donnerstagmorgen nahm Dieter Posch erstmals wieder auf seinem Abgeordnetenstuhl im Landtagsplenum Platz, denn aus Hessens Wirtschaftsminister war über Nacht ein einfacher Abgeordneter geworden.

Posch hat damit offenkundig nicht gehadert, anders als Kultusministerin Dorothea Henzler (63), die keine Gelegenheit auslässt, ihre Verbitterung über die von der FDP erwünschte Verjüngung zu zeigen. Posch geht mit erhobenem Haupt. Und anders als bei Henzler, deren Verhältnis zu ihrer Nachfolgerin Nicola Beer gespannt ist, kommt mit Florian Rentsch einer ins Wirtschaftsministerium, dem Posch vertraut.

Von 1999 bis 2003 hat der bekennende Nordhesse, der in Wien geboren wurde, das Ministerium geführt, und 2009 wurde er quasi sein eigener Nachfolger. In dieser Zeit hat der Melsunger auch für die Region einiges bewegt: Die Planungen für die Autobahnen A44 und A49 wurden vorangetrieben, auch wenn, wie viele Kritiker in diesen Tagen vermerken, der Abschluss des Ausbaus der beiden Fernstraßen in weiter Ferne liegt. Dass die Existenz von Kammmolchen und anderen geschützten Tierarten ihn dabei gehörig nervten, verhehlte Posch kaum, doch betont der Verwaltungsjurist stets, dass Recht und Gesetz für Planungen das Maß der Dinge sind.

In die erste Amtszeit des Ministers fiel auch die Planung des Autobahnzubringers Malsfeld (Schwalm-Eder-Kreis), der das dortige Gewerbegebiet Ostheim an die A 7 anbindet; und natürlich gehörte Posch auch zu denen, die den Ausbau des Flughafens Kassel-Calden vorangetrieben haben. All das trug ihm häufig die Kritik ein, beim Thema Infrastruktur nur an Beton zu denken statt auch den Öffentlichen Nahverkehr auf dem Land zu stärken.

Dass ihm zudem Tempolimits auf Autobahnen ein Gräuel waren, die von der Unfallstatistik nicht gedeckt waren, erinnerte manchen an den alten FDP-Slogan „Freie Fahrt für freie Bürger“.

Die Hände in den Schoß legen will der 67-Jährige jetzt nicht. Erstens ist er noch Abgeordneter und zweitens ist ihm die Beschleunigung von Planungsprozessen auch über die Ministerzeit hinaus ein großes Anliegen.

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