Opposition wirft Regierung „mangelnden Überblick“ vor

Reichsbürger im Ministerium tätig? Verwaltung suspendiert Beamten 

Im Bundesverkehrsministerium hat sich offenbar ein Reichsbürger verdingt - unter diesem Vorwurf ist jedenfalls Berichten zufolge ein Beamter suspendiert worden.

Berlin - Eigentlich lehnen sogenannte Reichsbürger die Strukturen der Bundesrepublik als illegitim ab. Ein mutmaßlicher Vertreter der Gruppe hatte offenbar dennoch keine Probleme damit, sein Salär vom Staat zu beziehen:

Im Bundesverkehrsministerium ist einem Bericht zufolge nun ein mutmaßlicher Reichsbürger vom Dienst suspendiert worden. Gegen den Beamten sei eine Disziplinarklage "mit dem Ziel der Entfernung aus dem Beamtenverhältnis" eingereicht worden, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland am Donnerstag unter Berufung auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Konstantin Kuhle an das Bundesinnenministerium.

Beim Bundeseisenbahnvermögen tätig

Demnach arbeitete der Beamte vor seiner Entfernung aus dem Dienst für das Bundeseisenbahnvermögen. Die dem Verkehrsministerium unterstellte Bundesbehörde fungiert als Dienstherr für die Deutsche Bahn und betreut etwa 173.000 Versorgungsempfänger. Sie ist unter anderem verantwortlich für die Verwaltung von Versicherungs- und Rentenansprüchen.

Auch interessant: So viele Straftaten verübten Reichsbürger von 2015 bis Mitte 2017

Wie viele Reichsbürger derzeit in Deutschland insgesamt im Staatsdienst beschäftigt sind, weiß das Bundesinnenministerium dem Bericht zufolge nicht. "Angaben zu Verdachtsfällen aus den Ländern werden durch den Bund nicht erhoben und sind daher nicht bekannt", wurde aus der Antwort an die FDP zitiert.

FDP-Abgeordneter fordert Aufklärung

Der FDP-Innenexperte Kuhle forderte die Bundesregierung auf, Klarheit über die genaue Zahl von Reichsbürgern in der öffentlichen Verwaltung zu schaffen. Er warf der Bundesregierung vor, keinen Überblick zu haben. Dass Reichsbürger im öffentlichen Dienst beschäftigt seien, dürfe "der Staat nicht hinnehmen".

Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik nicht an und gehen davon aus, dass das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 noch existiert. Einige Anhänger vertreten rechtsextremistische Positionen. Die wachsende heterogene Szene wird vom Verfassungsschutz beobachtet.

Lesen Sie auch: Kontakte zur Reichsbürgerszene - Großrazzia gegen mutmaßliche Schleuserbande

AFP/fn

Rubriklistenbild: © dpa / Patrick Seeger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.